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Konkurrenz für Twitter und Identi.ca

Google setzt Jaiku frei

16.01.2009 Google spart und stellt auch das Microblogging-Projekt Jaiku ein. Den Quellcode will der Konzern unter der Apache-Lizenz veröffentlichen.

Erst im Oktober 2007 hatte Google Jaiku gekauft, nun trennt sich der Konzern von der Firma und gibt den Quellcode frei. Auch Google will offenbar sparen und hat Einschnitte vorgenommen: So wurden Entwickler und Personalverwalter entlassen, Niederlassungen geschlossen und Projekte eingestellt oder - wie im Fall von Jaiku - in die Wildnis entlassen.

Ursprünglich sollte Jaiku Twitter und dessen Open-Source-Pendant Identi.ca Konkurrenz machen. Doch nachdem Google den Code auf seine App-Engine-Plattform portiert hat und sich nun nicht mehr offiziell um die Weiterentwicklung von Jaiku kümmert, sieht die Zukunft - trotz offenen Quellcodes - nicht allzu rosig aus. Zwar wollen laut Pressemitteilung einige Google-Angestellten Jaiku freiwillig weiterhin betreuen, aber viele Anwender wechseln vermutlich schnell zu Twitter und Identi.ca.

Twitter ist nach wie vor deutlich der Marktführer des Microblogging, aber Identi.ca, das auf dem offenen Microblogging-Server Laconica basiert, holt allmählich auf. Momentan darf sich die Firma Control Yourself, die Identi.ca betreibt, trotz Krise über eine kräftige Finanzspritze im sechsstelligen Bereich freuen.

Ob der Dienst damit überlebt, bleibt abzuwarten, denn noch weiß niemand so recht, wie mit Microblogging Geld zu verdienen ist. Twitter will in diesem Jahr erstmals ein Geschäftsmodell vorstellen, Identi.ca hofft auf Einnahmen durch individuelle Implementierungen der Software im Firmenumfeld.

Um Werbung müssen sich die Microblogging-Systeme momentan keinen Kopf machen: Zu jedem weltpolitischen Ereignis erscheint zur Zeit ein Artikel, der die Rolle von Twitter und Co. als unabhängige Kommunikationskanäle beleuchtet. So sieht Spiegel Online heute schon dank Twitter den Bürgerjournalismus kommen.

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

Zum Blog von Kristian Kißling →


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