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Netz(buch)-Betriebssystem

Google kündigt Chrome OS an

08.07.2009 Gestern hat Google angekündigt, auf Basis von Chrome und Linux ein eigenes, von Android unabhängiges Opensource-Betriebssystem zu entwickeln, für x86- und ARM-Netbooks und mit Fokus auf das Netz.

Im offiziellen Google-Blog gaben Sundar Pichai, Vizepräsident für Product Management und Engineering Director Linus (sic) Upson bekannt, das Google nun Microsoft in ihrem Kerngeschäft angreifen will mit einem eigenen Betriebssystem: Google Chrome OS. Auf den ersten Blick hört es sich an wie Android: Linux-basiert, opensource und mit schicker bedienerfreundlicher GUI. Doch dagegen verwehrt sich Google explizit, das Chrome OS soll eine eigene Entwicklung werden. Google sagt, dass "Betriebssysteme, auf denen Browser heute laufen aus einer Ära stammen, als es noch kein Web gab", dies soll Chrome OS nun besser machen. Obwohl jüngere Opensource-Betriebssysteme wie Linux oder BSD zwar nur über die Kooperation vieler Beteiligter über das Internet erst möglich wurden, so ist deren Basis dennoch immer noch stark an Unix von 1969 angeleht.

Chrome OS soll ressourcenschonend und benutzerfreundlich werden, Geschwindigkeit, einfache Bedienung und Sicherheit sind laut Google Kernaspekte. Ziel ist es, in nur wenigen Sekunden nach Rechnerstart sofort online zu sein, das Benutzerinterface soll -ähnlich wie Chrome- zwar bedienerfreundlich, aber möglichst unaufdringlich sein. Netbooks mit x86 oder ARM sollen die erste Zielplattform werden, später sollen auch Desktops dazukommen. Hierbei unterscheidet sich Chrome OS schon von Android, das primär für Mobiltelefone oder zumindest portable Geräte entwickelt wurde. Schon in der zweiten Jahreshälfte 2010 sollen erste Geräte mit vorinstalliertem Chrome OS verfügbar sein, den Quellcode will Google sogar noch dieses Jahr veröffentlichen. Google verhandelt in Sachen Chrome OS schon mit (noch ungenannten) OEM-Partnern und will mit dieser Bekanntmachung die Opensource-Community über ihre Pläne informieren.

Linux läuft als Kernel, aber Google will nicht auf X11 setzen, sondern einen eigenen, neuen Fenstermanager entwickeln. Das Web ist die primäre Entwicklungsplattform für Chrome OS, und bestehende Web-Anwendungen sollen bereits out-of-the-box laufen. Der Name Chrome OS scheint Programm zu sein: Das Betriebssystem ist der Browser. Anwendungen für Chrome OS sollen jedoch auf allen standardkompatiblen Browsern auf allen Betriebssystemen funktionieren - was Chrome OS und darauf laufenden Anwendungen vom Start weg eine riesige Zielgruppe verschafft. Softwaremangel ist schließlich das Hauptproblem, mit dem alle neuen Betriebssysteme zu kämpfen haben. Damit würden sich exakt die Ängste von Microsoft bewahrheiten, weswegen man sich damals anschickte, Netscape zu "crushen": Der Browser macht das Betriebssystem irrelevant.

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Kommentare
X11 ist kein Fenstermanager
Froschkoenig (unangemeldet), Freitag, 10. Juli 2009 11:15:10
Ein/Ausklappen

Der Satz:

"Linux läuft als Kernel, aber Google will nicht auf X11 setzen, sondern einen eigenen, neuen Fenstermanager entwickeln."

wirft ziemlich wild Dinge durcheinander, die nix miteinander zu tun haben. X11 ist kein Fenstermanager. X ist das grafische System, das sich um die Zuteilung von Hardware-Ressourcen an Programme kümmert. Das tut es mit oder auch ohne Fenstermanager. Ein Fenstermanager wie Kwin, Metacity oder Fluxbox tut genau das, was der Name sagt. Er verwaltet Fenster.


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