In dem Thread, der die Diskussion startete, beschreibt der Entdecker auch den Weg dorthin, der zum Beispiel unter Ubuntu 9.10 funktioniert. Der Anwender muss Ubuntu starten und sich auf dem Desktop anmelden. Über Anwendungen | Zubehör | Passwörter und Verschlüsselung gelangt man dann in den Keyring-Manager. Unter Login listet die Anwendung die einzelnen Vorgänge und Programme auf, deren Passwörter es kennt (dazu gehören WLAN-Zugänge und Mail-Accounts).
Klickt man nun mit der rechten Maustaste auf einen Eintrag und wählt Eigenschaften aus dem Kontextmenü, gelangt man zum Reiter Schlüssel. Wählt man hier Passwort, erscheint eine Anfrage, ob man diese Aktion gewähren will. Nach der Bejahung erscheint verdeckt das Passwort. Nun fehlt nur noch ein Häkchen bei Passwort zeigen, um es im Klartext zu betrachten. So weit so einfach.
Kritiker dieser Offenheit stellen sich nun ein Szenario vor, nach dem ein Profileigner im Büro mehrere Personen unter seinem Account arbeiten lässt. Wenn er seinen Rechner im heimischen WLAN verwendet, will er jedoch darauf vertrauen, dass sein Passwort sicher ist. Sie schlagen daher vor, den Zugriff auf die Passwortansicht noch einmal durch das Nutzerpasswort zu schützen. So müssten Gäste das Passwort des Profileigners kennen, um die anderen Passworte im Klartext zu sehen. Zur Zeit, so ein Argument, sei es auch Nutzern ohne jedes Computerwissen möglich, die Passwörter auszuspionieren. So eine Passwortsperre würde 99% der Versuche verhindern.
Verteidiger der Keyrings-Strategie argumentieren indes, nur angemeldete User hätten die Möglichkeit, die Passworte einzusehen. Sie verweisen auf die Sicherheitsphilosophie der Keyrings von Gnome. Die fordert Benutzer auf, beim Verlassen des Rechners den Bildschirm zu sperren und für fremde Nutzer eine Gastsitzung zu eröffnen. Eine verbindliche Lösung für das Problem gibt es bisher noch nicht. Es wird aber fleißig diskutiert, unter anderem auf den Keyring-Mailinglisten.




