Boston-Marathon

Gnome Boston-Summit stellt Weichen für Gnome 3.0

Gnome Boston-Summit stellt Weichen für Gnome 3.0

Marcel Hilzinger
16.10.2009 Während sich die europäische Linux-Szene in den letzten Tagen eher mit KDE und Qt beschäftigte, fand in den USA relativ unbeachtet ein wichtiges Treffen für die Zukunft des Gnome-Desktops statt: Der Gnome Boston Summit 2009.

Der Boston Summit ist seit 2004 das jährliche Treffen für Gnome-Hacker aus Übersee. Er findet traditionellerweise am verlängerten Wochenende des Columbus Day statt und besteht aus einer Kombination von lockeren Hack-Sessions und Diskussionsrunden.

Der Ruby-Experte und IT-Consultant Jason D. Clinton hat nun in seinem Blog eine hervorragende Übersicht über den diesjährigen Boston Summit veröffentlicht, die im Telegrammstil von fast allen Vorträgen und Sitzungen eine Zusammenfassung liefert. Demnach planen die Entwickler unter anderem, für GTK 3.0 bewusst an einigen Stellen die API zu ändern, um auf der einen Seite Features wie X-Input2 zu erhalten, auf der anderen Seite wiederum Entwickler davon abzuhalten, über Hacks an den bestehenden Theme-Engines Dekorationen hervorzuzaubern, die mit jedem Gnome-Release wieder neu und neu angepasst werden müssten. GTK 3.0 soll demnach eine Theme-Möglichkeit bekommen, die zum Beispiel der Google-Browser Chrome bereits jetzt in den farbigen Reitern nutzt.

Als Ergänzung zu GTK betrachten die Entwickler das von OpenGL angetriebene Toolkit Clutter. Hier besteht aber noch Nachholbedarf, um gegenüber Nutzern und Programmierern die zwei Toolkits genau von einander abzugrenzen und festzulegen, welche Lösung für welche Aufgabe die bessere sei.

Auf dem Weg zu Gnome 3.0: Die Gnome-Shell.

Vor einem Jahr entstand auf dem Boston Summit die Idee zur Gnome-Shell. Jon McCann hat nun am aktuellen Summit gezeigt, wo die zu den Hauptelementen von Gnome 3.0 gehörende grafische Oberfläche aktuell steht: Die bereits sehr weit fortgeschrittene Gnome-Shell verfügt seit neuestem auch über CSS-Support, aber viele Dinge fehlen noch. Der Zustand dürfte sich in den nächsten Monaten noch einmal stark verbessern, da Red Hat eine Vollzeitstelle für das Kernstück von Gnome 3.0 schaffen will. Wer sich näher mit der Gnome Shell beschäftigen möchte, findet auf live.gnome.org einige gute Tipps dazu.

Weitere Themen auf dem Gnome Boston Summit 2009 waren unter anderem Usability und Geolocation, Telepathy und Splinter sowie D-Bus-Zugriffe innerhalb der Glib. Marina Zhurakhinskaya von Red Hat stellte zudem das Gnome-Women-Outreach-Programm vor und berichtete kurz über den Women's Caucus der Free Software Foundation von Mitte September. Der zweite Teil der von Marina geleiteten Session widmete sich dem Thema Marketing.

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Kommentare
Gnome Shell ist die angenehmste Art Virtuelle Desktops zu nutzen
SilenceMessiah (unangemeldet), Freitag, 16. Oktober 2009 15:55:28
Ein/Ausklappen

Ich nutze seit einigen Wochen die Gnome Shell auf meinem Ubuntu Karmic Koala-System (Beta) und bin begeistert.

Die Shell macht es so angenehm und einfach virtuelle Desktops zu nutzen, wie kein anderes System.
Natürlich ist noch einiges zu tun. So kann ich die Shell bisher nicht einfach per Theme optimisch verändern, aber das ist ja nich zwingend notwendig. Oder es sind auch noch keine Applets nutzbar.

Das Umschalten zwischen den Desktop per Alt+Tab oder anderer Key-Kombo und der Overview-Modus sind echt genial geworden.

Seit ich die Desktop wirklich nach Aktivitäten aufteile, macht es wirklich Sinn mehrere zu nutzen.
Ich glaube, das wird wirklich großartig.


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