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Gnome 2.22 mit Policykit und neuem VFS
Gnome 2.22 mit Policykit und neuem VFS

12.03.2008

Heute hat das Gnome-Projekt Version 2.22 seiner freien Desktop-Umgebung veröffentlicht. Mit neuen Anwendungen, Unterstützung für Policykit und optischen Effekten ohne Compiz-Einsatz bringt sie viele Neuerungen mit. Die aktuelle Release ist Raphael Higino vom brasilianischen Übersetzer-Team gewidmet. Er starb im vergangenen Jahr im Alter von 24 Jahren an den Folgen eines Motorradunfalls.

Eine heiß beworbene neue Anwendung von Gnome 2.22 ist Cheese. Mit dieser Anwendung können Nutzer Fotos und Videos über die Webcam Ihres Rechners aufnehmen. Das Programm bringt dabei eine ganze Reihe an Effekten wie Mauve, Schwarz-Weiß und Verzerren mit. Überarbeitung haben auch der Gnome Video-Player und die PIM-Suite Evolution erfahren. Der Video-Player unterstützt nun die Wiedergabe von DVDs und digitalem Fernsehen. Evolution glänzt nun mit Unterstützung für Google-Kalender und eigene Nachrichtenmarkierungen für E-Mails. Unerwünschte Nachrichten und Fehlerdialoge werden ab sofort nur noch dezent in der Statusleiste gezeigt anstatt in Pop-Ups.

Mit Gnome 2.22 zieht GVFS in die Desktopumgebung ein. Diese netzwerktransparente virtuelle Dateisystemebene für GTK+ ist eine Weiterentwicklung des alten GnomeVFS-Systems und bringt deutliche Verbesserungen wie das sitzungsweite Speichern von Anmeldedaten sowie größere Fehlertoleranz mitbringt. GVFS bringt auch auf dem Desktop Veränderungen. So stehen nun neue Protokolle zur Verfügung: "cdda://" zeigt alle Audio-Titel auf einer CD, auf die als WAV-Dateien zugegriffen werden kann und "gphoto2://" bietet Zugang zu angeschlossenen digitalen Kameras. Weitere Informationen zu GVFS sind im Abschnitt 6.1 der Release Notes zu finden.

Neu ist auch die Integration des plattformübergreifenden Sicherheitssystems Policykit. Ziel des Systems ist eine einheitliche Benutzeranmeldung. Administratoren können mit Hilfe des Kits systemweite Einstellungen festlegen und beispielsweise erweiterte Benutzerrechte gewähren. Hat ein Nutzer nicht genug Berechtigungen für eine Aktion, die er ausführen möchte, erscheint nun ein Freigabe-Knopf, der nach weiteren Autorisationsinformationen verlangt.

Weiterführende Informationen zu allen anderen Änderungen bieten die Release Notes.

Um Gnome 2.22 ohne Installation ausprobieren zu können, steht eine Live-CD auf der Gnome-BitTorrent-Seite zum Download bereit. Für eine Installation empfehlen die Entwickler fertige Pakete der einzelnen Distributionen. Eine Auswahl von Linux-Distributionen, die Gnome einsetzen listet die Seite Get Footware auf. Wer die Desktopumgebung eigenhändig übersetzen will, kann auf die Werkzeuge Garnome und Jhbuild zurückgreifen. Beide helfen bei der Kompilierung, wobei Garnome die veröffentlichten Quellen und Jhbuild das SVN des Projekts nutzt.

Die nächste kleinere Release, Version 2.22.1, ist für April geplant. Gemäß des sechsmonatigen Releasezyklus steht die nächste Major-Release mit Version 2.24 im September an. Sie soll Verbesserungen der VoIP-Anwendung Ekiga, des Sofortnachrichtenprogramms Empathy und des Datei-Managers von Gnome enthalten sowie GnomeVFS abschließend nach GVFS portieren.

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