Gnome 2.16 fertig

Gnome 2.16 fertig

Max Jonas Werner
07.09.2006

Wieder haben die Entwickler des Gnome-Desktops ihren 6-Monatsplan eingehalten und pünktlich Version 2.16 fertiggestellt. Diese Release basiert auf der GLib-Bibliothek 2.12.2 und GTK+ 2.10.2. Der Schwerpunkt der Entwicklung lag dieses Mal nicht so sehr in der Performance-Steigerung wie noch bei Version 2.14. Vielmehr ging es darum, Gnome noch besser und einfacher benutzbar zu machen, auch für Einsteiger. So erhielt etwa der Groupware-Client Evolution viele Verbesserungen an der Oberfläche. Der Evolution-Kalender benutzt jetzt die Cairo-Bibliothek, um etwa Termine mit Schatten oder Verläufen zu versehen. Für Anwender mit großen Bildschirmen unterstützt der Evolution-Mailer eine vertikale Aufteilung; die neue Such-Leiste sollte Thunderbird-Benutzer schon bekannt sein. Evolution-Entwickler Srinivasa Ragavan beschreibt die Neuerungen in einem Blog-Eintrag detailliert.

Der Dokumentenbetrachter Evince zeigt nun auch Präsentationen an, die mit Open Office Impress erstellt wurden. Das Gnome-Terminal benutzt echte Transparenz, wenn der X-Server sie unterstützt und startet jetzt etwa 20% schneller. Ein neues Feature, das sich viele Anwender bislang gewünscht haben, bringt der Dateimanager Nautilus: Dateiberechtigungen lassen sich jetzt rekursiv anwenden; außerdem können SELinux-Anwender direkt in Nautilus die erweiterten Berechtigungen einstellen. In einem Footnotes-Artikel gibt es dazu auch Screenshots. Der Window Manager Metacity enthält viele Compositor-Features wie Explosions-Effekte für Fenster, weiche Ein- und Ausblendungen, transparente Menüs.

Neue Applikationen, die seit Version 2.14 neu in die offiziellen Archive aufgenommen wurden sind unter anderem das Notizzettelprogramm Tomboy sowie der Disk-Usage-Monitor Baobab. Mit Tomboy erhält nebenbei auch das erste Programm, das in der Programmiersprache C# programmiert wurde, Einzug in Gnome. Als Konsequenz gehören auch die C#-Bindings und die .NET-Implementierung Mono zu den offiziellen Abhängigkeiten. Damit ist der Grundstein gelegt für die Einbeziehung wie F-Spot oder Beagle in zukünftigen Gnome-Releases.

Den Source Code von Gnome 2.16 findet ihr wie immer auf den FTP-Servern des Projekts:

Das Release-Team hat auch schon Module für JHBuild erstellt. JHBuild lädt alle benötigten Komponenten von selbst aus dem Netz und konfiguriert, kompiliert und installiert einen vollständigen Gnome-Desktop.

Die vom Gnome-Team erstellten Release Notes beschreiben alle Änderungen noch einmal im Detail. Während Anwender jetzt erste Erfahrungen mit dem neuen Desktop machen, konzentrieren sich die Entwickler schon auf die nächste Release, die für März 2007 geplant ist. Für die Historiker unter uns hier alle Infos zu den bisherigen 2.x-Versionen des Gnome-Desktops:

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