Die Entwickler des Unix-Desktops Gnome haben soeben Version 2.14 veröffentlicht. "Genauso, wie manche ihr Auto tunen, haben sich unsere talentierten Entwickler bemüht, viele Teile von Gnome so schnell wie möglich zu machen", versprechen die Release Notes. Tatsächlich ist eine der wichtigsten Neuerungen die erhöhte Geschwindigkeit der Umgebung. Neben dem Text-Rendering und der Speicherverwaltung laufen auch viele Applikationen deutlich schneller ab. So rendert etwa das Gnome-Terminal seine Inhalte in Tests der Entwickler dreimal schneller.
Der Dateimanager Nautilus integriert jetzt Suchmaschinen direkt in seine Oberfläche. Als mögliches Backend dient die Desktopsuche Beagle. Benutzer verlieren mit diesem Duo nie mehr den Überblick über ihre Dateien. Weitere Neuheiten sind unter anderem der VoIP-Client Ekiga (vormals Gnomemeeting), der jetzt auch SIP unterstützt, das Applet Deskbar, die Möglichkeit, Benutzer während einer laufenden Session zu wechseln, sowie die neu entwickelten Administrations-Programme Sabayon und Pessulus. Letztere sind Teil des neuen Admin-Zweiges von Gnome.
Die bereits erwähnten Geschwindigkeitsgewinne sind dem Speicherverwalter GSlice zu verdanken. Entwickler, die die Vorteile schnellerer Speicherreservierung nutzen wollen, müssen GSlice aus der Glib-Bibliothek benutzen. Der alte Allokator GMemChunk ruft GSlice zwar transparent auf, die GMemChunk-API ist allerdings als veraltet gekennzeichnet. Als Basisbibliotheken kommen GTK+ 2.8.16 und Glib 2.10.1 zum Einsatz.
Zu diesen radikalen Verbesserungen kommen wie immer hunderte von Bugfixes hinzu sowie die Unterstützung für einige neue Sprachen, darunter Bengalisch, Estisch und Baskisch.
Wer sich für die Details der Neuerungen interessiert, findet weitere Informationen im Artikel Was ist neu in Gnome 2.14? sowie in den offiziellen Release Notes. Als erste Distributionen, die Gnome 2.14 integrieren, sind Fedora Core 5 und Ubuntu 6.04 (Dapper Drake) zu nennen.
Den Source Code von Gnome 2.14 findet ihr wie immer auf den FTP-Servern des Projekts:
- Basisbibliotheken
- Bindungen für C++, Java, Perl und Python
- Desktop-Programme
- Admin-Programme (momentan Sabayon und Pessulus)




