GCDS: Zukunft von Gstreamer und Pulseaudio

GCDS: Zukunft von Gstreamer und Pulseaudio

Soundverbesserer

Mathias Huber
05.07.2009 Am zweiten Tag des Gran Canaria Desktop Summit haben sich Gnome- und KDE-Entwickler gemeinsam mit den Themen Metadaten, Community und Infrastruktur beschäftigt. Im Multimedia-Track ging es um die Audio-Unterstützung auf dem Open-Source-Desktop.

Der Red-Hat-Entwickler Lennart Poettering, einer der Hauptentwickler des freien Sound-Servers Pulseaudio, suchte in seinem Vortrag nach Aufgabenstellungen, die die Projekte Gnome und KDE gemeinsam bearbeiten könnten.

Dazu zählt er die Lokalisierung für Audio-Benachrichtigungen, beispielsweise verschiedene Sprach-Varianten für die Nachricht "You have mail." Dies lässt sich nach seiner Auffassung mit der Libcanberra erreichen, einer Bibliothek, die nicht an das Gtk-Toolkit gebunden ist und sich daher für den Cross-Desktop-Einsatz eignet. Sie arbeitet mit ALSA, OSS, Pulseaudio oder GStreamer zusammenarbeitet. In seinem Vortrag zeigte er an Codebeispielen, wie sich die Open-Source-Bibliothek nutzen lässt. Dabei kann der Entwickler sogar die Mausposition einbeziehen und den Klang an der entsprechenden Stereo-Position ausgeben. Poettering lud alle Interessierten zu einer Arbeitssitzung in der kommenden Woche ein.

Mit Gnomes Multimedia-Framework GStreamer beschäftigte sich Jan Schmidt von Sun, der in dem Projekt als einer der Core-Entwickler und als Release-Manager mitwirkt. Er warf die Frage auf, ob das Framework den Versionssprung auf 1.0 wagen solle - immerhin seien mit Version 0.10.0 seit Dezember 2005 API und ABI stabil geblieben.

Schmidt wog die Vor- und Nachteile eines GStreamer 1.0 ab. Ein Bruch mit der bisherigen API/ABI verursache viel Arbeit, überhaupt würden größere Änderungen die Entwicklung für einige Zeit verlangsamen, da sie viel Arbeitszeit der Programmierer binden. Andererseits gäbe es einige Verbesserungen, die sich in der aktuellen Version 0.10.0 kaum umsetzen ließen. Von einem 1.0-Entwicklungszweig dagegen verspricht sich Jan Schmidt neben der Symbolkraft der Eins frischen Wind: Die Programmierer dürften loshacken, ohne an die alte API gebunden zu sein.

Sein Vorschlag: GStreamer schafft einen Code-Spielplatz im Versionskontrollsystem, der regelmäßig mit dem Master-Zweig verschmolzen wird. Die Arbeit an 0.10 solle ebenfalls weitergehen. Das Vor- und Zurückportieren von Features werde dank Umstieg auf Git leichter vonstatten gehen, versprach Schmidt. Als Ergebnis könnte GStreamer 1.0 zwischen Oktober 2009 und März 2010 für die Gnome-Version 3.0 fertig sein.

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