GCDS 2009: KDE und Gnome ziehen an einem Strick

 GCDS 2009: KDE und Gnome ziehen an einem Strick

Gemeinsame Ziele

Mathias Huber
05.07.2009 Am ersten Tag ihrer gemeinsamen Entwicklerkonferenz haben Vertreter der Desktop-Projekte Gnome und KDE gemeinsame Ziele für ihre Arbeit formuliert.

Einer kleinen Pressekonferenz stellten sich Adriaan de Groot und Sebastian Kügler aus dem KDE-Vorstand sowie Dave Neary und Federico Mena von Gnome. Kügler erzählte, die Idee für eine gemeinsame Konferenz sei vor rund zwei Jahren entstanden, damit Entwickler nicht zu zwei Konferenzen reisen müssen. Dave Neary fügte hinzu: "Endlich gibt es den einen, richtigen Ort, an dem sich alle treffen, die am freien Desktop arbeiten."

Gleichzeitig möchte jedes Projekt seine eigene Identität auf den Veranstaltungsteilen wahren, die auch beim derzeitigen Gran Canaria Desktop Summit nach wie vor Akademy und Guadec heißen. Für die Teilnehmer sei es wichtig, sich persönlich zu treffen. "Daneben haben wir zu 90 Prozent die gleichen Ziele, denn wir arbeiten beide an freier Desktop-Software," findet Kügler. Zudem möchten die Beteiligten zeigen, dass der Open-Source-Desktop nicht von einigen wenigen Nerds gestaltet wird, sondern von einer starken Bewegung.

Nicht anwesend war KDEs "Chef-Motivator" Aaron Seigo, der vor kurzem um Freedesktop.org fürchtete. Federico Mena von Gnome begrüßte, dass Seigo die freien Desktop-Standards wieder beleben möchte. Meist seien die Entwickler einfach zu sehr mit der eigenen Arbeit beschäftigt, um sich um die Dokumentation der Standards zu kümmern. Die Projekte seien wie einzelne Staaten, in denen die Technik funktioniert, im Ausland passe der Stecker dann aber nicht in die Steckdose. Hier solle Freedesktop Abhilfe schaffen. Zu diesem Thema soll es während der Konferenz eine gemeinsame Arbeitssitzung geben, wo sich die Probleme unter Umständen leichter besprechen ließen als per Mail oder IRC.

Seit einiger Zeit ist beispielsweise eine Desktop-übergreifende Spezifikation für Benachrichtigungen in Arbeit, wie Kügler berichtete. Derzeit sei das Procedere auf Freedesktop.org aber unklar, man müsse hier endlich Nägel mit Köpfen machen. Adriaan de Groot nannte Consolekit, Packagekit, Devicekit als Beispiele für gemeinsam entwickelte Komponenten, auch wenn der Endanwender sie in der Regel nicht bemerke.

Die Ziel der KDE-Mitarbeiter für die kommende Sitzungswoche formuliert Sebastian Kügler so: "KDE 4 ist in den letzten fünf Jahren von der ersten Plänen zur anwendertauglichen Software gediehen. Jetzt lehnen wir uns nicht zurück, sondern bestimmen, wie es weiter geht: Semantischer Desktop und sozialer Desktop."

Für die Gnome-Entwickler betonte Dave Neary die Weiterentwicklung der Audio-Implementierung. Das sei immer noch ein Bereich, in dem einiges nicht stimme, die GStreamer und Pulseaudio-Leute wollten auf dem Gran Canaria Desktop Summit daran arbeiten.

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