FrOSCon - Open Source am Rhein

FrOSCon - Open Source am Rhein

Daniel Molkentin
01.07.2006

Am vergangen Sonntag ging in den Räumlichkeiten der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin bei Bonn die erste Auflage der Free and Open Software Conference (FrOSCon) zu Ende.

Den rund 700 Teilnehmern bot sich ein breites Angebot: Zusätzlich zu den mehr als 60 Vorträgen und fünf Workshops hatten viele der ausstellenden freien Projekte eigene Vortäge in petto, so etwa Debian, die deutsche Zope-Community und das PHP-Projekt. Zu diesem Zweck stellten die Veranstalter den Projekten eigene Räumlichkeiten zur Verfügung, die auch zum Hacken genutzt werden konnten. Von dieser Möglichkeit machten das KDE-Projekt sowie einige X.org-Entwickler Gebrauch. Auch die Infrastruktur war vom Feinsten: Das WLAN funktionierte perfekt, ebenso die Versorgung mit Essen und Getränken, die die immer hilfsbereite "FrOSCon-Crew" bereitstellte.

Das Social Event am Samstagabend trug zur guten familiären Stimmung bei. O'Reilly sorgte mit seiner Spende für genug Freibier, Petrus für knallige Sonne. (Foto: Dominik Franz/FrOSCon e.V.)

Das offizielle Vortragsprogramm eröffnete der ehemalige Debian Project Leader Martin Michlmayr. In seiner Keynote diskutierte er die Qualitätssicherung in freien Softwareprojekten. Das anschließende, breitgefächerte Vortagsprogramm ließ kaum Wünschen offen. Für Interessierte bot das Linux Professional Institute die Prüfungen 101 und 102 an. Mit 60 Euro Teilnahmegebühr lagen die Kosten bei der Hälfte des üblichen Preises.

Zur Vorbereitung ihrer Konferenz hatten die Veranstalter verschiedenen Events besucht, von der FOSDEM über den Chaos Communication Congress bis zum LinuxTag. Der Aufwand hat sich gelohnt, denn die Gäste stellten den Organisatoren in ihren Blogs sehr gute Noten aus. Der einzige Kritikpunkt mehrerer Vortragender war der mit etwa 350 Leuten vergleichsweise geringe Besucherzulauf. Die Gründe sind vielfältig und ragen von den bereits begonnen Ferien in NRW über die Fußball-WM bishin zu parallelen Veranstaltungen für das Fachpublikum wie etwa der Ubuntu Developer Summit oder die GUADEC. Nicht zuletzt wurde das schöne Wetter zu einem harten Konkurrenten für die Konferenz.

Auch die Veranstalter bleiben auf dem Teppich: "Wir haben nur einen Grundstein gelegt. Besucher, Helfer, Redner, Aussteller und die Projekte haben alle an einem Strang gezogen, um die FrOSCon zu einer gelungenen Veranstaltung zu machen.", gab sich David Roetzel, Mitglied des Organisationsteams, bescheiden.

Trotz allem ist die Veranstaltung, die der Fachbereich Informatik der FH in Zusammmenarbeit mit dem eigens gegründeten FrOSCon e.V. und der Linux/Unix User Group Sankt Augustin ins Leben rief, ein Erfolg. Dank der Nähe zu den Benelux-Staaten und der Entwickler-Räume für Projekte könnte FrOSCon zunehmend für FOSDEM-Publikum interessant werden. "Die familiäre Stimmung, die wir erreichen wollten, ist zustande gekommen", meint Mitorganisator Daniel Lehmann. Noch vor Beginn der Veranstaltung war unklar, ob es eine zweite Auflage geben würde. Nun gehen alle Beteiligten von einer FrOSCon 2007 aus.

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