Fork bei OpenWRT

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Ulrich Bantle
30.05.2006

Der OpenWRT-Entwickler Waldemar Brodkorb hat das Projekt verlassen. Er plant, einen Fork der Linux-Firmware für drahtlose Router zu starten. Ziel soll es sein, die Entwicklung näher an die Interessen der Community zu rücken, schreibt Brodkorb in einem offenen Brief [1]. Von der bisherigen Zusammenarbeit innerhalb des OpenWRT-Projekts [2] zeigt er sich in seinem an die Community gerichteten Schreiben enttäuscht. Nachdem er vergangene Woche einige neue Ideen aufs Tapet gebracht habe, darunter auch die, einen Fork zu gründen, um einiges davon auszuprobieren, sei sein Account gelöscht worden, die Rechte eines Entwicklers habe ihm OpenWRT ebenfalls entzogen.

In seinem Schreiben versucht Brodkorb die Umstände zu klären, die zu seinem Abgang und dem Plan, einen Fork zu starten, geführt haben. Seine Kritikpunkte betreffen weniger die technische Seite. Dagegen ist ihm die Präsentation des Projekts nach außen ein Dorn im Auge, beispielsweise sei die kaum strukturierte Webseite ungeeignet, ein wichtiges und professionelles Open-Source-Projekt darzustellen. Auch die unklare Release-Politik kritisiert er: Inzwischen sei man bei einem Release Candidate 5 angelangt, ohne einen verbindlichen Release-Zyklus festgelegt zu haben oder sich über die Features einer finalen Version im Klaren zu sein. Nicht zuletzt hält er auch die Kommunikation zwischen den Entwicklern für undurchsichtig, es gäbe beispielsweise keine offene Mailing-Liste, an der sich auch Benutzer beteiligen könnten. Aus diesen Gründen, so Brodkorb, fehle es wohl auch an der nötigen Unterstützung durch Neuzugänge.

Mit dem Fork soll das alles besser werden. Brodkorb plant eine professionell aussehende Webseite, eine klare Release-Politik, eine niedrige Hürde für den Einstieg neuer Entwickler, eine Live-CD und einiges mehr. Der seit mehreren Monaten frustrierte Entwickler sieht sich auf dem richtigen Weg. Nicht zuletzt, weil er mit einem Produktmanager von Linksys gesprochen hat und aus diesem Gespräch den Eindruck mitnahm, dass sich die Cisco-Tochter für die Arbeit der Community interessiert - und nebenbei wohl auch für seine Ideen.

Trotz der Abspaltung hofft er auf Synergie-Effekte zwischen Fork und OpenWRT-Projekt. Er würde auch gerne die Erfahrungen mit seinen Entwicklungen mit dem Projekt teilen, schreibt er.

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