Fonds für DNSsec in freier Software

Fonds für DNSsec in freier Software

Sichere Geldanlagen

Anika Kehrer
30.07.2010
Die niederländische Stiftung NL-Net will mit einem Sponsorenfonds Open-Source-Entwickler bei der Implementierung von DNSsec in ihre Internet-Software finanziell unterstützen.

DNSsec (Domain Name System Security Extensions) sei eine Schlüsseltechnologie für sicheres Internet, lautet die Argumentation. Die Ankündigung stammt von der DNS-Konferenz der Internet-Society, meldet die NL-Net Foundation. Der neue Fonds will mittels Stipendien die Überarbeitung von Software voranbringen. Die Stipendien werden nach den Kriterien Relevanz, Dringlichkeit und technische Qualität des Vorhabens vergeben. Die DNSsec-Seite der NL-Net Foundation verrät mehr.

DNSsec verhindert, dass ein Nutzer auf gefälschte Webseiten umgeleitet wird. Michiel Leenaars von NL-Net begründet den Bedarf: "Wenn jemand den Namen seiner Bank in den Browser tippt, möchte er sicher sein, dass er auch auf einem Computer dieser Bank landet." Es sei zwar auf dem Infrastrukturlevel schon viel geschehen, sodass DNS-Server wie BIND, NSD und Unbound DNSsec unterstützen. Es komme aber darauf an, das Anwenderlevel zu erreichen, also Betriebssysteme, Webbrowser oder E-Mail-Server. Leslie Daigle, Chief Internet Technology Officer der Internet Society, bringt auf den Punkt: "Endanwendern nützt die Sicherheit von DNSsec nichts, wenn die Technologie sie nicht erreicht."

Die NL-Net Foundation blickt auf eine lange Geschichte zurück. Anfang der 80er begann sie nach eigenen Angaben ihr Netzwerk aufzubauen, und besteht seit 1989 als gemeinnützige Stiftung. Die private Stiftung konzentriert sich auf Netzwerk- und Internet-Technologien und unterstützt eine Reihe verschiedener Projekte, von denen viele zur Open-Source-Community gehören. Alle aus der Unterstützung hervorgehenden Entwicklungen stehen quelloffen zur Verfügung.

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