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Flash-Alternative Processing mit Version 1.0

26.11.2008

Seit dem Wochenende gibt es Version 1.0 von Processing, einer Flash-Alternative, die unter der GPL steht. Mit Hilfe von recht einfachem Code lassen sich in Processing 2D- und 3D-Modelle sowie -Animationen basteln (Abbildung 1). Die kann man als Java-Applets exportieren und auf Webseiten einbinden. Dank ihrer einfachen Handhabung kommt die Software vor allem im künstlerischen Bereich zum Einsatz. Zahlreiche Netzkunstwerke wurden mit Processing entwickelt, die Processing-Webseite zeigt eine Auswahl.

Neu in der Version 1.0 ist unter anderem die Wiedereinführung des 2D-Renderers P2D. Das Glätten von Linien funktioniert zwar noch nicht hundertprozentig, kommt aber nun standardmäßig mit P2D und P3D zum Einsatz. Der OpenGL-Renderer verwendet nun stets Vollbild-Anti-Aliasing und ignoriert smooth()- und noSmooth()-Befehle. Es gibt eine neue Vektorenklasse namens PVector, die ein Tuple erstellt, um das Speichern von 3D-Punkten zu erleichtern.

Abb. 1: Mit Processing lassen sich einfach und schnell 2D- und 3D-Objekte erstellen und animieren. Abb. 2: Im Editor fügt man einfach ein Programm ein und klickt auf das Dreieck, um es abzuspielen. Abb. 3: Mit nur ein paar Zeilen Code lässt sich ein Würfel generieren und mit der Maus herumschubsen.

Die nun integrierte Vektorgrafikbibliothek Candy bringt das loadShape()-Kommando mit und ein neues PShape-Objekt. Momentan arbeitet die Funktion am besten mit dem JAVA2D-Renderer zusammen, zukünftige Processing-Versionen sollen die Vektorgrafik-Fähigkeiten ausbauen. Weitere Änderungen listet das Changelog auf.

Wer sich Processing mal ansehen will, lädt es am besten aus der Download-Sektion des Projekts herunter. Programme für Processing schreibt man in einem Editor (Abbildung 2). Ein Klick auf ein kleines Dreieck spielt das Programm sofort ab, ohne dass man es kompilieren muss. Wer es mal testen will, findet unter "File | Examples" zahlreiche Beispielprogramme. Über "File | Export" purzelt aus Processing ein Java-Applet der aktuellen Anwendung heraus, das man einfach per FTP auf die eigene Webseite kopiert.

Dieser einfache Code produziert zum Beispiel einen grauen Würfel, der sich mit Hilfe der Maus bewegen lässt (Abbildung 3):
import processing.opengl.*;

void setup() {
size(400, 400, P3D);
frameRate(30);
}

void draw() {
background(200);
translate(mouseX,mouseY,0);
color c1 = color(180);
fill(c1);
stroke(128);
box(150);
}

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

Zum Blog von Kristian Kißling →


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