Boykott

Facebook und Google+: Nein Danke!

Facebook und Google+: Nein Danke!

Mathias Huber
25.11.2011
Der Free-Software-Aktivist Bradley M. Kuhn boykottiert proprietäre Social-Networking-Dienste, obwohl er dadurch Diskussionen verpasst.

"Facebook ist proprietäre Software." So bringt Kuhn seine Position auf den Punkt. Den Quelltext der serverseitigen Anwendung bekämen nur die Mitarbeiter der Internetfirma zu sehen, selbst der Client-Teil sei proprietäres Javascript im Obfuscated-Stil. "Würde ich Facebook benutzen, könnte ich auch gleich ein proprietäres Binärprogramm auf meinen GNU/Linux-System installieren," schlussfolgert der Verfechter freier Software.

Google+ ist seiner Ansicht nach nicht viel besser, auch wenn Google bessere Sympathiewerte bei der Open-Source-Community habe. Der Suchmaschinenkonzern dürfte die Daten der Anwender genauso wie die Konkurrenz zu Werbezwecken auswerten, mutmaßt Kuhn. Er bedauert, dass viele Diskussionen im Open-Source-Bereich in den letzten Monaten von Blogs und Mailinglisten nach Google+ umgezogen sind. Wer wie er sich dort nicht anmelde, sei praktisch ausgeschlossen. Der soziale Druck sei groß, mitzumachen - in diesmal komme er nicht von außerhalb, sondern von innerhalb der Community.

Das hält Bradley M. Kuhn für eine neue Herausforderung für überzeugte Free-Software-Enthusiasten. Sie hätten schon immer freie Alternativen gesucht, geschaffen und benutzt. Daher wirbt er für Standards wie IRC und XMPP sowie den frei lizenzierten Microblogging-Dienst Identi.ca.

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Kommentare
solche Dienste gingen an manchen Leuten schon immer vorbei
GoaSkin , Donnerstag, 01. Dezember 2011 10:39:13
Ein/Ausklappen

Mit Mitte 30 gehöre ich zwar nicht zur alten Schule, aber schon zur Generation, die das Internet schon kurz nach dem Zeitpunkt nutzte, als es nicht mehr militärischen und wissenschaftlichen Einrichtungen vorbehalten war.

Der frühe Internet-Nutzer gewöhnte sich daran, dass der Browser dem reinen Abrufen von normalen Webseiten dient, während es für alle anderen Anwendungsbereiche gesunderte Dienste sammt Client und individuellem Netzwerkprotokoll gibt: IRC zum chatten, NNTP für Diskussionen etc.

Nachdem Journalisten später Begriffe wie Web2.0 in den Mund nahmen, konnte ich darüber nur den Kopf schütteln - ein Begriffsfindungsversuch für eine Sache, die eigentlich garnicht definierbar ist. Das Web2.0 war weder mit technischen Neuerungen verbunden (im Gegenteil: Der Begriff stammt aus einer Zeit, in der sich an den HTML-Spezifikationen über einen langen Zeitraum hinweg nichts getan hat), noch öffnete er neue Möglichkeiten. Die Möglichkeit, über CGI-Skripte dynamische Webseiten zu programmieren war ebenso alt, wie die neuen Möglichkeiten, die das sogenannte Web2.0 angeblich bot - man nutzte zuvor einfach den IRC- bzw. NNTP-Client.

Doch Web2.0 erinnerte auch an die Realität, in der das Netz angekommen war. Nicht mehr die Computer-Freaks stellten die wichtigste Zielgruppe öffentlicher Internet-Dienste dar, sondern die breite Masse - und daraus insbesondere der ganz einfache Mensch, der viel Privatfernsehen konsumiert und die BILD-Zeitung liest. Dieser sucht im Netz nicht nach einer Vielfalt an angebotenen Diensten, um davon zu nutzen, was ihm am besten passt. Er interessiert sich eher für das, was alle nutzen und aggressiv beworben wird. Er möchte dazu gehören und mitreden können.


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Re: solche Dienste gingen an manchen Leuten schon immer vorbei
Rabastel (unangemeldet), Montag, 05. Dezember 2011 09:26:11
Ein/Ausklappen

Die freie Meinungsäußerung beginnt damit, dass nicht Leute abgetan werden, die schlicht weg einen anderen Geschmack haben, wie zum Beispiel Bild lesen und Privatfernsehen sehen. Damit beginnt ja schon das "Auschliessen". Eigentlich macht doch Tolereanz das Dazugehören aus.


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