FSF-Award 2007 für Groklaw und Harald Welte

FSF-Award 2007 für Groklaw und Harald Welte

Britta Wülfing
20.03.2008

Die Free Software Foundation (FSF) hat die Juristenplattform Groklaw und den Linux-Kernel-Programmierer Harald Welte für ihre Arbeit ausgezeichnet. Die Stiftung zur Förderung freier Software vergibt jährlich Auszeichnungen in zwei Kategorien: Seit 1998 gibt es den "FSF Award for the Advancement of Free Software". Hiermit werden Personen ausgezeichnet, die sich besonders um die Förderung Freier Software verdient gemacht haben. Der diesjährige Preisträger Harald Welte ist Linux-Entwickler und Gründer des Projekts gpl-violations.org, das auf Verstöße gegen die GNU General Public License (GPL) aufmerksam macht.

Seit 2006 gibt es außerdem den "Award for Projects of Social Benefit", mit dem Projekte für besonderen gesellschaftlichen Nutzen ausgezeichnet werden. Für 2007 ging der Preis an die Anwaltsassistentin Pamela Jones, die auf der Plattform Groklaw seit 2003 juristische Inhalte und Nachrichten zu Open-Source-Themen sammelt. Richard Stallman, Präsident der Non-Profit-Organisation, übergab die diesjährigen Preise zum Abschluss des jährlichen FSF-Treffens im US-amerikanischen Cambridge.

Der Linux-Entwickler Harald Welte wurde sowohl für seine technischen Beiträge zum Linux-Kernel und an der Open-Source-Mobil-Plattform OpenMoko ausgezeichnet als auch für sein Engagement für den Schutz freier Software. Mit dem Projekt Gpl-violations.org hat er seit 2004 in mehr als 100 Fällen durchgesetzt, dass Unternehmen die Regeln freier Software, insbesondere der GPL, einhalten. Beispielsweise hatte er im Juli 2007 vor dem Landgericht München ein Gerichtsurteil gegen den Internet-Telefonie-Anbieter Skype erreicht und das Unternehmen damit verpflichtet, den Quellcode bei den betroffenen Produkten mitzuliefern. In den vergangen Jahren in dieser Kategorie ausgezeichnet wurden unter anderen der OpenBSD-Chef Theo de Raadt, Kernel-Programmierer Ted Ts'o, Alan Cox, Andrew Tridgell und Gnome-Mitbegründer Miguel de Icaza. Der Juraprofessor und Mitautor der freien Lizenz Creative Commons, Lawrence Lessig, war Preisträger des Jahres 2002 und saß in diesem Jahr in der Jury.

Die Plattform Groklaw erhielt den Preis für das Projekt mit besonderem gesellschaftlichem Nutzen. In der Begründung heißt es: "Seit dem Start der Plattform in 2003 hat sich Groklaw zu einer unschätzbaren Quelle für rechtliche und technische Informationen für Software-Entwickler, Anwälte, Rechtsprofessoren und Historiker entwickelt." Damit reiht es sich in dieser Kategorie ein hinter der freien Enzyklopädie Wikipedia (2005) und dem Open-Source-Projekt Sahana (2006), einem Disaster-Management-Sytem zur besseren Kommunikation und Zusammenarbeit in Katastrophensituationen.

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