Nach der Begrüßung verwies Mark Surman, der Geschäftsführer der Mozilla Foundation, im Rückblick auf das Jahr 2008 auf die neuen Linux-Nutzer, welche die Netbook-Schwemme mit sich gebracht habe. Damit könnten 4,5 Millionen neue Anwender Code studieren, kopieren, verändern und wieder verteilen. Sein Open-Source-Vierklang "Study, Copy, Modify, Share" solle im Jahr 2009 offene Plattformen zum Sieg führen ("How can open win?"). Chancen sah er insbesondere in offener Mobilität. An Ansatzpunkten nannte er Hardware wie die Openmoko-Plattform, natürlich Software und das Web. "Nehmt Euch einen der blinden Flecken auf der Karte und füllt ihn", rief er das Publikum auf.
Der ehemalige Debian Project Leader Bdale Garbee, der als Linux Chief Technologist bei HP arbeitet, stellte im Anschluss Debian vor. Zunächst spannte er das Publikum auf die Folter, indem er weitgehend Bekanntes über die Distribution referierte. Dabei stellte er die Aspekte der Freiheit in den Mittelpunkt. Er lud dazu ein, den Debian Social Contract und das Manifest zu lesen. Dabei verteidigte er auch die Entscheidung des Projektes, ausschließlich freie Software zu verwenden. "Debian hat das Gewicht dazu, so eine Entscheidung auch zu tragen", kommentierte er die kürzliche Abstimmung, diesen Passus beizubehalten.
Für einen Erfolgsfaktor des Debian-Projekts hält Garbee, dass so viele Pakete durch individuelle Maintainer in die Distribution integriert werden. Als er nach anwesenden Maintainern im Saal fragte, meldeten sich viele Dutzend der rund 1000 Zuhörer. Die einfache Struktur des Bugtrackers, den Debian seit 1994 betreibt, sei ein weiterer Erfolgsfaktor. Anwender melden Fehler per E-Mail und beobachten im Web, ob die Maintainer sie schon bearbeiten. Schließlich sehe er bei seiner Arbeit für HP, in wie vielen Projekten Debian drin stecke. Er sitze in HPs so genanntem Open Source Review Board, das Software auf HP-Tauglichkeit überprüft. Dabei begegne ihm oft Debian, wo es auf den ersten Blick nicht ersichtlich sei.
Zu Lenny bemerkte er, dass sich Anwender keine großen Sorgen machen sollten, denn für sie würde sich nicht viel ändern. Zu Fragen nach dem tatsächlichen Datum, an dem die neue Version herauskommt, verwies er jedoch an den aktuellen Debian-Chef Steve McIntyre und sein Release-Team.
Der bestätigte am Rande der Fosdem gegenüber Linux-Magazin Online den Release-Termin zum Valentinstag. Zusammen mit der Release soll außerdem der neue Projektsekretär benannt werden, den er seit Ende Dezember nach Rücktritt von Manoj Srivastava suchte.



