Der Eröffnungsvortrag holte Hollywood nach Brüssel. Bilder bekannter Filme flimmerten über die Leinwand, als Robin Rowe und Gabrielle Pantera über den Einsatz des freien Betriebssystems in der Traumfabrik berichteten. Das Fazit: Linux ist aus Hollywood nicht mehr wegzudenken.
Handelte es sich vor ein paar Jahren – beginnend mit Titanic – noch um eine handvoll Filme, bei deren Produktion Linux zum Einsatz kam, nutzen heute nahezu alle Studios freie Rendering- und Zeichentools. Als aktuelle Beispiele zeigten die Redner Ausschnitte aus Cloverfield, Bee-Movie und Wallace & Gromit. Auch die Fernsehserie South Park führten sie als Beispiel an, laut Pantera, “die einzige Fernseh-Show, die mit Linux gemacht wird.” Neben der beliebten möglichst realistischen Simulation von Wasser findet die Software Einsatz beim Erstellen von künstlichen Welten, aber auch, um Heerscharen von Orcs und bewaffneten Kämpfern in große Schlachten zu schicken – rein virtuell.
![]() |
![]() |
| Robin Rowe und Gabrielle Pantera reden über den Einsatz von Linux in Hollywood. | Der gut gefüllte Hörsaal des Maintracks auf der FOSDEM. |
Rowe verdeutlichte den Einsatz von Linux anhand von Cinepaint. Er leitet das Projekt, das beispielsweise im Film “The Last Samurai” zum Einsatz kam, um fliegende Pfeile in die Originalszene zu kopieren. Im Gegensatz zu Gimp kann Cinepaint mit HDR-Bildern und Farbtiefen von 32-Bit umgehen, was es für die hohen qualitativen Anforderungen von Hollywood attraktiv macht.
Zwar entwickeln die Studios die Software weiter, allerdings kommt von ihrer Seite meist recht wenig zurück. Das liegt unter anderem an Software-Patenten. Die Studios fürchten, von Patent-Trollen verklagt zu werden. Mit ihrem finanziellen Polster bieten sie ein lukratives Ziel für solche Klagen.
Open-Source-Entwickler profitieren aber auf anderen Wegen. Mit der zunehmenden Verbreitung von Linux in der Filmindustrie setzen immer mehr Studios Entwickler auf ihre Lohnliste. Mitunter erweist sich dieser Schritt als zweischneidiges Schwert. Nämlich dann, wenn die Firmen ihren Entwicklern verbieten, an Open-Source-Projekten zu arbeiten, weil diese zu nah an ihren eigenen Produkten liegen. In erster Linie, resümierte Gabrielle Pantera abschließend, geht es auch beim Open-Source-Einsatz in Hollywood darum, Geld zu verdienen.







