FCC-Chef will Comcast bestrafen

FCC-Chef will Comcast bestrafen

Der Versuch des amerikanischen Internet-Providers Comcast, den Internetzugang für P2P-Nutzer zu drosseln, hat nun ein Nachspiel. Der Chef der Regulierungsbehörde FCC (Federal Communications Commission) Kevin Martin hat angekündigt, in der nächsten FCC-Sitzung dafür zu plädieren, den größten Kabelanbieter der USA für sein regelwidriges Vorgehen zur Verantwortung zu ziehen.

Der FCC verpflichtet Internet-Provider dazu, allen Kunden gleichermaßen einen offenen Zugang zum Internet zu gewähren (Netzneutralität). Comcast selbst betrachtet sich laut Aussage der Firmensprecherin Sena Fitzmaurice aber als unschuldig: Man habe nicht den Internetzugang blockiert, sondern lediglich adäquate, technische Regulierungsmaßnahmen am Netzwerk ergriffen. Die Regeln des FCC erlauben solche Maßnahmen durchaus, aber es stellt sich die Frage, wie angemessen das Vorgehen von Comcast tatsächlich war.

Der Provider hatte heimlich TCP-RESET-Pakete verschickt, um Bittorrent-Verbindungen zu blockieren und zu schließen. Der Schritt zielte sicherlich auf illegale Filesharer, traf aber auch Open-Source-Projekte. Denn über Bittorrent werden nicht nur urheberrechtlich geschützte Dateien getauscht, sondern auch völlig legale und freie Inhalte, wie Software, Filme und Musik, die unter der GPL- oder Creative-Commons-Lizenz stehen. Dazu gehören neben zahlreichen Linux-Distributionen zum Beispiel freie Filme wie “Big Buck Bunny”. Auch umfangreiche Spieledemos finden ihren Weg auf die Rechner der Anwender häufig via P2P.

Zudem verursachte das ungewöhnliche Vorgehen von Comcast vermutlich “Kollateralschäden” wie Störungen im E-Mail-Verkehr und die Nicht-Erreichbarkeit von Google.com. Nach Beschwerden ruderte die Firma zwar zurück, doch began die Regulierungsbehörde FCC, den Vorfall um Comcast zu untersuchen. Wie FCC-Chef Kevin Mark das Vorgehen beurteilt, ist nun klar. Über weitere Konsequenzen verhandelt die FCC in der nächsten Sitzung, die am 1. August stattfindet. Der Maßnahmenkatalog bei einer Verurteilung durch die FCC ist allerdings begrenzt: Die Behörde kann Comcast dazu verdonnern, die Regulierungen einzustellen, technische Details darüber sowie Pläne für eine zukünftig geplante Netzwerkregulierung zu veröffentlichen.

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