Home / Nachrichten / Ext3undel rettet gelöschte Dateien

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Eingedost
(161 Punkte bei 4 Stimmen)
Aufteiler
(161 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.

Aufmacher News
Ext3undel rettet gelöschte Dateien

18.07.2008

Das kleine Werkzeug Ext3undel verspricht die Wiederherstellung von versehentlich gelöschten Dateien. Wie der Name schon andeutet, arbeitet es ausschließlich auf einem Ext3-Dateisystem. Benutzer des Programms können entweder eine Datei über ihren (ehemaligen) Namen oder sämtliche gelöschte Dateien einer Festplattenpartition zurückholen. In letztem Fall kann Ext3undel die ursprünglichen Namen allerdings nicht wieder herstellen, so dass man die geretteten Dateien anschließend manuell über ihre Inhalte identifizieren muss.

Damit die Wiederherstellung überhaupt klappt, nutzt Ext3undel eine Eigenheit des Dateisystems aus: Löscht man eine Datei beispielsweise per rm, so markiert sie Linux zunächst nur als entfernt. Damit weiß das Betriebssystem, dass es den ehemals belegten Platz wieder für andere Daten nutzen kann. Bis es jedoch soweit ist, liegen die alten Daten noch unversehrt auf der Festplatte und lassen sich auslesen. Allerdings zerstört Linux beim Löschvorgang die Verbindung zwischen den eigentlichen Dateiinhalten und den so genannten Metadaten, also Informationen wie dem Dateinamen oder dem Erstellungsdatum. Folglich verkompliziert sich der notwendige Wiederherstellungsvorgang, weshalb Ext3undel die eigentliche Arbeit nicht selbst erledigt, sondern an seine zwei mitgelieferten Spezialwerkzeuge Gabi und Ralf deligiert.

Gabi (als Abkürzung von Get All Back Immediately) rettet sämtliche glöschten Dateien einer Partition. Dazu benötigt es lediglich dessen Namen, sowie den einer weiteren Partition, auf der die wiederhergestellten Dateien landen sollen. Da dabei jedoch die Dateinamen verloren gehen, steht man am Ende des unter Umständen recht langwierigen Prozesses vor einem mehr oder weniger riesigen Haufen Dateien, den man mühsam per Hand sortieren muss. Ralf (Recover A Lost File) stellt hingegen eine einzige, spezifische Datei wieder her. Das geht zwar wesentlich fixer, setzt aber voraus, dass man sich an den Namen der gelöschten Datei erinnert. Streiken die kleinen grauen Zellen, darf man immerhin auf die bekannten Platzhalter * und ? zurückgreifen.

Schaut man den beiden Werkzeugen etwas genauer unter die Haube, so entpuppt sich das Duo als eine kleine Mogelpackung: Sowohl Gabi, als auch Ralf rufen ihrerseits die etablierten Datenrettungsprogramme Photorec, Foremost und SleuthKit zu Hilfe. Ext3undel und seine beiden Helfershelfer sind somit keine neuen Programme, sondern vereinfachen lediglich die Bedienung der genannten Profiwerkzeuge - dies immerhin drastisch, wie insbesondere Ralf beweist: Er weist zunächst die forensische Software SleuthKit an, nach passenden Metadaten zu fahnden. Wird SleuthKit fündig, ermittelt es auf der Festplatte alle möglicherweise zugehörigen Datenblöcke, die mit den Metadaten einst in Verbindung standen. Die so gesammelten Daten legt es dann in einer Image-Datei ab, auf das Ralf wiederum Photorec ansetzt. Unter Umständen erhält man so wieder mehrere Dateien, aus denen man dann per Hand den richtigen Kandidaten herausfischen muss.

Ext3undel steht im Quellcode als Tar.gz-Archiv oder als fertiges DEB und RPM-Paket auf seiner Homepage kostenlos zum Download bereit.

Tip a friend    Druckansicht Bookmark and Share

Kommentare
Re: Ext3undel rettet gelöschte Dateien
Izzy , Freitag, 18. Juli 2008 19:37:35
Ein/Ausklappen

Man kann ext3undel auch direkt über das Repository beziehen (APT bzw. YUM), sofern die eigene Distribution das unterstützt (also entweder auf Debian- oder RPM Paketen aufbaut, und entweder APT oder YUM Repositories unterstützt). Wie das geht, ist dort erklärt - und damit kommen nicht nur die Updates automatisch, sondern auch die Abhängigkeiten werden entsprechend aufgelöst.

Nebenbei: Das Tool ist nicht ausschließlich auf ext3 begrenzt - mit ext2 kommt es genau so gut klar. Und theoretisch auch noch mit einigen anderen Unix-Dateisystemen, die nach dem gleichen Prinzip (also mit iNodes) arbeiten - auch wenn dies noch nicht getestet ist (Feedback zum Programmierer, wenn's jemand getestet hat!). Spätestens bei NTFS oder FAT wird jedoch zumindest ralf auf die Nase fallen - wohingegen das gabi weniger interessieren dürfte: Hier käme dann ohnehin ausschließlich PhotoRec bzw. foremost zum Einsatz, und die iNodes sind gabi eh schnurz...




Bewertung: 206 Punkte bei 37 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht

5833 Hits
Wertung: 198 Punkte (25 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zum Autor

Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter http://www.tim-schuermann.de.


Aktuelle Fragen

programm suche
Hans-Joachim Köpke, 13.04.2014 10:43, 8 Antworten
suche noch programme die zu windows gibt, die auch unter linux laufen bzw sich ähneln sozusagen a...
Funknetz (Web-Stick)
Hans-Joachim Köpke, 04.04.2014 07:31, 2 Antworten
Bei Windows7 brauche ich den Stick nur ins USB-Fach schieben dann erkennt Windows7 Automatisch, a...
Ubuntu 13.10 überschreibt immer Windows 8 Bootmanager
Thomas Weiss, 15.03.2014 19:20, 8 Antworten
Hallo Leute, ich hoffe das ich richtig bin. Ich habe einen Dell Insipron 660 Ich möchte gerne Ub...
USB-PTP-Class Kamera wird nicht erkannt (Windows-only)
Wimpy *, 14.03.2014 13:04, 15 Antworten
ich habe meiner Frau eine Digitalkamera, AGFA Optima 103, gekauft und wir sind sehr zufrieden dam...
Treiber
Michael Kristahn, 12.03.2014 08:28, 5 Antworten
Habe mir ein Scanner gebraucht gekauft von Canon CanoScan LiDE 70 kein Treiber wie bekomme ich de...