Erste Zahlen für Steam-Verkäufe

Erste Zahlen für Steam-Verkäufe

Linux toppt Mac OS X

Tim Schürmann
01.03.2013
In einem Blog-Beitrag verrät Spieleentwickler Lars Doucet, wie gut sich die Linux-Version seines Titels Defender's Quest bislang über Steam verkauft hat.

Während der Rabattaktion zum Start des Linux-Steam-Clients veräußerte er demnach 2.076 Einheiten, was ihm insgesamt 16.958 Dollar einbrachte. Dabei griffen 16 Prozent der Käufer zur Linux-Version, 6 Prozent nutzen Mac OS X und die restlichen 78 Prozent waren Windows-Anwender.

Lars Doucet zeigt sich in seinem Blog-Beitrag zudem überrascht, dass die Linux-Version dreimal häufiger verkauft wurde, als das Mac-OS-X-Pendant. Dieses Verhältnis deckt sich nicht mit den vergangenen Humble-Bundle-Aktionen, bei denen es stets weniger Linux- als Mac-OS-X-Käufer gab. Lars Doucet vermutet daher, dass die Spieleentwickler den Linux-Markt bislang unterschätzt hätten.

Defender's Quest ist eine Mischung aus Tower-Defense und Rollenspiel.

Aus den Zahlen geht ebenfalls hervor, dass der Spieleentwickler seine größten Umsätze bei Rabattaktionen eingefahren hat. In den übrigen Zeiten kauften nur relativ wenige Personen sein Spiel zum Normalpreis. Die Absätze aus der jetzigen Rabattaktion blieben allerdings hinter denen aus anderen Steam-Aktionswochen zurück. Sie gelten zudem nur für das recht kleine Spiel Defender's Quest und sind somit weder repräsentativ, noch direkt auf andere Spiele übertragbar.

Neben den Steam-Verkaufszahlen liefert Lars Doucet auch noch Daten zu den direkt über seine Homepage abgesetzten Lizenzen. Dort dreht sich das Verhältnis wieder um: Nur 7 Prozent der Spieler griffen zur Linux-Version, 11 Prozent luden sich das Mac-OS-X-Pendant herunter, während 83 Prozent das Spiel unter Windows installierten. Den geringen Linux-Anteil schiebt Lars Doucet jedoch auf das von seinem Spiel verwendete Adobe AIR. Da diese Laufzeitumgebung unter Linux mittlerweile nur noch recht kompliziert in Betrieb zu nehmen ist, hätten viele Linux-Nutzer von einem Kauf abgesehen. Die Steam-Version des Spiels setzt hingegen eine Installationsautomatik für AIR ein.

Für andere Programmierer dürften noch drei weitere Zahlen interessant sein: Laut Lars Doucet griffen etwas über die Hälfte der Linux-Käufer zu einem DEB-Archiv. Das tar.gz-Format bevorzugten immerhin noch 36 Prozent, während ein RPM-Paket lediglich 11 Prozent wollten.

Steam ist eine Verkaufsplattform für Spiele und Software, die der Spieleentwickler Valve erst seit Februar offiziell auch für Linux geöffnet hat. Die Käufe erfolgen über den Steam-Client, die Spiele besitzen zudem einen Kopierschutz. Zum Start der Linux-Version des Steam-Clients hatte Valve eine große Rabattaktion gestartet.

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