Erste Testversion von Jolicloud erhältlich

Erste Testversion von Jolicloud erhältlich

Schöne Wolken

Tim Schürmann
06.06.2009 Das neue Jolicloud OS für Netbooks basiert auf einem angepassten Ubuntu und ist vollständig aufs Internet ausgerichtet. Nach mehrmonatiger Wartezeit wurde jetzt endlich eine erste Alpha-Version verteilt – wenn auch nur an ausgewählte Tester.

Unter einer leicht zu bedienenden Benutzeroberfläche im Stil eines aufgebohrten iPhones versammelt die Distribution sowohl herkömmliche Desktop- als auch Internet-Anwendungen („Web Apps“). Letztere lassen sich wie normale Anwendungen nutzen und installieren, die Grenzen zwischen Internet und lokaler Software verschwimmen. Aus diesem Grund bezeichnen die Entwickler ihr Produkt auch als „Internet-Betriebssystem“. Langfristig sollen alle (kostenpflichtige) Standardanwendungen durch ihre Alternativen aus dem Web ersetzt werden.

Nach den Wünschen der Entwickler hält das Netbook nur noch die persönlichen Grundeinstellungen vor. Diese überträgt Jolicloud bei Bedarf auf ein anderes Netbook, was einen schnellen Gerätewechsel ermöglicht. Ergänzend kann man die Nutzgewohnheiten seiner Bekannten und Freunde beobachten lassen: Entdeckt ein Freund eine neue, interessante Software, kann man sie gleich auch auf seinem eigenen Netbook einspielen. Damit aber noch nicht genug: Jolicloud soll sämtliche Aktivitäten seines Nutzers speichern und sie auf Wunsch auf einem anderen System reproduzieren. Mit nur wenigen Mausklicks erstellt man so einen kompletten Klon seiner Arbeitsumgebung.

Derzeit hat der Benutzer direkt nach dem Login vor allem Zugriff auf Twitter, Google Mail, Skype, Facebook, Flickr, YouTube und ähnliche „social features“. Neue Anwendungen sollen sich mit nur einem einzigen Mausklick installieren lassen, gleiches gilt für Updates. Das Angebot bestimmen dabei jedoch primär die Jolicloud-Entwickler mit einem eigenen Repository. Die Distribution führt standardmäßig Linux, Adobe AIR und per WINE auch Windows-Programme aus. Als Unterbau für die Web-Apps dient Mozilla Prism. Einen ähnlichen Ansatz wie Jolicloud verfolgt auch gOS Cloud.

Nachdem in der Vergangenheit bereits mehrere viel versprechende Screenshots durch das Internet geisterten, wurde jetzt eine erste Testversion freigegeben. Um an den Download zu kommen, muss man sich allerdings auf der Jolicloud-Homepage registrieren und eine Einladung der Entwickler abwarten. Die Distribution unterstützt alle wichtigen Netbooks, eine detaillierte Liste der Modelle steht ebenfalls auf der Homepage zur Verfügung. Eine öffentliche Version soll noch in diesem Jahr erscheinen.

Hinter Jolicloud steht der Netvibes-Gründer Tariq Krim, der Unterstützung von Romain Huet und Tristan Groléat erhält. Die drei Entwickler suchen derzeit noch nach Verstärkung: Laut Jolicloud Homepage sind dabei neben Programmierern auch Designer oder Marketingfachleute gefragt.

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