Erfolgreich als Open-Source-Unternehmen

Erfolgreich als Open-Source-Unternehmen

Marketing-Tipps

Anika Kehrer
19.11.2010
Ian Skerret, längjähriger Marketing-Chef bei der Eclipse Foundation, gibt weiter, was er als seine Erfahrungswerte für erfolgreiche Open-Source-Unternehmen bezeichnet.

Das entsprechende Blogposting schrieb der Kanadier in Reaktion auf die CAOS-Studie "Control and Community" der Analystengruppe 451, die die Open-Source-Strategien verschiedener Unternehmen über die Jahre hinweg vergleicht. Eines der Ergebnisse lautet, dass Open-Source-Unternehmen sich heute in einer Art viertem Zeitalter der kommerziellen Open-Source-Welt dem Community-orientierten Entwicklungsmodell zuwenden (wir berichteten).

Seine selbstgestellte Frage: "Was sind Strategien und erfolgreiche Beispiele, denen solche Unternehmen folgen können?" beantwortet Skerret dann mit fünf Leitlinien:

  • Wähle eine Lizenz, die möglichst viele Community-Teilnehmer zulässt (Benutzer, Adopter, Beiträger). Starkes Copyleft wie GPL sei manchmal kontraproduktiv.
  • Mach dich vertrauenswürdig und zwinge die Community-Teilnehmer nicht, ihr Urheberrecht an das hinter dem Projekt stehende Unternehmen abzugeben. Damit kann das Unternehmen zwar Duallizenzierung praktizieren. Es profitiert aber als einziger davon, monopolisiert dieses Proivileg und etabliert damit ein Zweiklassensystem.
  • Sei wirklich offen und entwickle transparent. Dazu gehören öffentliche Issue-Tracker, Code-Repositories und Build-Systeme. Auch Roadmaps und technische Diskussionen gehören an die Öffentlichkeit.
  • Erfolgreiche offene Entwickler-Communites besitzen klare Regeln, was mit Markennamen getan werden darf und was nicht, und die Regeln sind für alle gleich.
  • Schaffe eine neutrale Organisationsform, in der das hinter dem Projekt stehende Unternehmen nicht mehr Einfluss hat als alle anderen. Ein entsprechendes Dokument muss klarstellen, wer Entscheidungen trifft und wie Regeln oder auch das Selbstverständnis der Community wieder geändert werden können. So weiß jeder, woran er ist.

Am Ende schreibt Skerret eine "Bonus-Anforderung" hin: Der beste Startpunkt sei nützlicher, qualitativ guter Code. Wer vom offenen Entwicklungsmodell profitieren will, müsse Kontrolle abgeben. Wem das schwerfällt, der merke sich: "Wenn du etwas liebst, willst du seine Freiheit".

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