Eine für die EU erstellte Studie veranschlagt den Wert des Linux-Kernels auf mehr als 1 Milliarde Euro und empfiehlt der Europäischen Kommission, freie Software gezielt zu fördern.
Für eine Konferenz der Europäischen Kommission zum Thema Forschung und Entwicklung im Firmenumfeld haben zwei Wissenschaftler der spanischen Universität Oviedo den Linux-Kernel unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Hätte die europäische Union den Kernel entwickeln lassen müssen, hätte dies mehr als eine Milliarde Euro gekostet und knapp 1000 Programmierer rund 14 Jahre lang beschäftigt. Allein im Jahr 2008 wären dabei für die Entwicklung der Kernel-Versionen 2.6.25 bis 2.6.30 Kosten von mehr als 228 Millionen Euro angefallen. Ein Papier mit dem Titel “Commons-based innovation: The Linux kernel case” fasst die Ergebnisse zusammen.
Die Folgerungen aus der Studie bündeln die Forscher in drei Empfehlungen an die EU: Erstens schaffe communitybasierte Software-Entwicklung außerordentliche Werte und müsse daher ein weitaus höheres Maß an öffentlicher Anerkennung genießen als bisher, insbesondere um Entscheidungsträgern den Schritt zu freier Software schmackhafter zu machen. Zweitens eröffne solche Software der europäischen Telekommunikationsindustrie wichtige Geschäftsmöglichkeiten, weswegen Partnerschaften zwischen Großunternehmen, Anbietern aus dem FLOSS-Umfeld und der Community gefördert werden sollten. Schließlich müsse die EU für ein gesetzliches und regulatorisches Umfeld sorgen, das Unternehmensbeiträge zu freier Software als immaterielle Vermögenswerte berücksichtige oder das alternativ Beiträge zu FLOSS steuerlich mit Schenkungen für soziale Zwecke gleichsetze.






>>Eine für die EU erstellte Studie veranschlagt den Wert des Linux-Kernels auf mehr als 1 Milliarde Euro…
Dieses wäre der mutmaßliche Preis des Linux-Kernels. Der Wert lässt sich nach meinem Dafürhalten gar nicht oder nur unzureichend monetär messen.
Auch andere Betriebssystemkerne (und ausnahmsweise meine ich kein besonderes) haben in ihrer Entwicklung einen sogar konkret bezifferbaren Preis gekostet. Wiewohl ihr Wert in einem fragwürdigen Verhältnis dazu steht.
Die Hauptsächlich Stärke von GNU/Linux ist doch, die Leidenschaft mit der Freie Software entwickelt. Das ist kein kommerzielles Produkt, wo man eine Deadline setzt um es dann zu verkaufen. Und sicher ist es richtig, das auch jemand der etwas leistet, seinen finanziellen Ausgleich hat und seine Anerkennung bekommt. Doch das andere bei GNU/Linux ist doch gerade das arbeiten in Gemeinschaft und das sind mehr als 1000 Programmierer, das sind Millionen weltweit. Wenn man sich das vor Augen führt, dann sieht man doch wie viel möglich ist, wenn Menschen mit einander kooperieren. Und das wäre doch ein bessere Modell auch für… Mehr »
Sry, aber das EU-Bashing möchte ich doch relativieren:
Brüssel hat einen “Verwaltungsapperat” so groß wie die Stadt Wien – aber für 500 Mio Einwohner statt für 1,5 Mio!