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EFF kritisiert Canonicals Umgang mit der Privatsphäre
Zu geschwätzig

EFF kritisiert Canonicals Umgang mit der Privatsphäre

31.10.2012 Ubuntu solle die Privatsphäre seiner Nutzer besser schützen, kritisiert die Electronic Frontier Foundation und stellt einen Forderungskatalog auf.

Die Electronic Frontier Foundation ist eine respektierte Organisation, die sich für die Privatsphäre der Internetnutzer einsetzt. Nun fordert sie Canonical auf, die Privatsphäre seiner Anwender besser zu schützen. Insbesondere die Websuchen über das Dash sind der Organisation ein Dorn im Auge.

In der Standardversion sendet Ubuntu 12.10 alle Eingaben der Nutzer in der Home-Linse anonymisiert über einen Server von Canonical an Amazon. Das Unternehmen liefert dann Ergebnisse an Canonical zurück, die wieder über Canonicals Server laufen und bei den Nutzern landen, im Dash.

Allerdings lädt Unity die zugehörigen Bilder direkt von Amazon herunter, was die Anonymisierung zum Teil unterläuft und es lokalen Angreifern erlaubt, die privaten Suchanfragen der Nutzer aus den Ergebnissen zu antizipieren. Die EFF kommentiert das Feature so: "Es ist ein großes Problem für die Privatsphäre, wenn man keine Dateien auf dem Rechner suchen kann, ohne die Suchbegriffe in die Welt hinaus zu posaunen." Canonical arbeitet inzwischen daran, auch die Bilder über HTTPS zu laden, sieht allerdings nicht den Umweg über Canonicals Server dabei vor.

Ein zweiter Kritikpunkt betrifft die im Dash angezeigten Informationen zu Canonicals Umgang mit Daten. Die erreicht man über einen Klick auf das "I"-Symbol in der rechten unteren Ecke. Beim Benutzen des Dash willigt man ein, dass die IP-Adresse und die Suchanfrage bei einem Drittanbieter landet. Was der dann damit macht, kritisiert die EFF, bleibt den Privatsphären-Reglungen der Drittanbieter überlassen. Allerdings stellt die EFF auch heraus, dass einige der Drittanbieter (Facebook und Co.) die Daten nur dann erhalten, wenn der User dem explizit zustimmt bzw. sich über Ubuntu dort anmeldet.

Die EFF fordert Canonical daher auf, verschiedene Dinge zu ändern, um die Privatsphäre der Nutzer besser zu schützen:

  • Canonical möge auch Drittanbieter-Bilder von Amazon über einen eigenen Proxy weiterleiten.
  • Sie fordert Canonical auf, dem Nutzer eine Opt-in-Möglichkeit zu bieten, damit dieser die Websuche bewusst aktivieren kann.
  • Die EFF will eine explizite Aussage dazu, wie lange Canonical die Suchanfragen und IP-Adressen speichert und wie es dabei mit Anfragen von Drittanbietern umgeht.
  • Die Nutzer sollten laut EFF zudem die Möglichkeit erhalten, Websuchen einzeln zu (de)aktivieren.
  • Generell müsse Ubuntu nach Ansicht der EFF trotz großer Umstrukturierungen darauf achten, weiterhin die Privatsphäre und Sicherheit der Benutzer im Auge zu behalten.

Insgesamt klingt die Kritik für EFF-Verhältnisse noch recht freundlich. Nicht zuletzt benutzen nach eigener Aussage viele EFF-Angestellte Ubuntu als Betriebssystem der Wahl und generell scheint der EFF der Open-Source-Ansatz von Ubuntu zu gefallen. Die Frage bleibt nun, wie Ubuntu auf die Kritik reagiert.

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Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

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