Digitalkamera auf Linux-Basis aus Stanford

Digitalkamera auf Linux-Basis aus Stanford

Frankenstein-Kamera

Markus Feilner
04.09.2009 Eine Kamera zu bauen, auf der Linux läuft, und deren Open-Source-Software bis auf die untersten Hardware-Level frei programmierbar ist, ist das Ziel einer Gruppe aus Photowissenschaftlern und Entwicklern der Stanford University.

Auf der Seite der Stanford University News präsentiert das Team um Informatikprofessor Marc Levoy erstmal ein funktionsfähiges Gerät. Mit der eingebauten Software können Programmierer unabhängig von den Beschränkungen einer Herstellerfirmware Details wie die Fokussierung, Blende oder Belichtung fernsteuern und die Hardware der Kamera deutlich besser ausnutzen.

So zeigt ein Demo-Video auf der Webseite, wie sich zum Beispiel durch die Verlagerung der Dynamic-Range-Algorithmen in die Kamera-Software erhebliche Verbesserungen schon im Original-Photo erreichen lassen. Das Gerät kann so automatisch ein Bild mit einer hellen und einer dunklen Hälfte erkennen und von vorne herein optimaler belichten. Darüber hinaus sind zahlreiche Features geplant, die sich live vom Computer ansprechen lassen oder auf Wunsch die Kamera automatisch mit Photo-Diensten im Web kommunizieren lassen.

Die "Frankencam" ist nicht nach der deutschen Region benannt, sondern wie Frankensteins Monster aus wiederverwerteten Teilen gebaut. Sie soll nach dem Willen der Entwickler zunächst eine billige Plattform für interessierte Photographen und Entwickler sein. Dafür kombinierten sie ein System-on-a-chip von Texas Instruments mit einem kleinen LCD, der Kamera aus einem Nokia N95 Smartphone und Standardlinsen von Canon. Unterstützung erfuhren die Wissenschaftler dabei durch Firmen wie Nokia, Adobe, Kodak und HP. Levoy hofft, binnen eines Jahres den Selbstkostenpreis unter 1000 $ zu drücken und die Kamera dann Kollegen und anderen Universitäten anbieten zu können.

Weitere Informationen finden sich auf der Projektseite.

Ähnliche Artikel

Kommentare
Zürich ist eben eine schöne Stadt :-)
August Meier (unangemeldet), Freitag, 04. September 2009 23:11:16
Ein/Ausklappen

Arbeitet die ETH Zürich an diesem Projekt mit oder wie kommt es, dass ausgerechnet der Blick von der Limmat Richtung Zürichsee für das Demo-Video zu Ehren kam?

Grüsse


August Meier


Bewertung: 274 Punkte bei 39 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht

Aktuelle Fragen

Drucker Epson XP-332 unter ubuntu 14.04 einrichten
Andrea Wagenblast, 30.11.2016 22:07, 2 Antworten
Hallo, habe vergeblich versucht mein Multifunktionsgerät Epson XP-332 als neuen Drucker unter...
Apricity Gnome unter Win 10 via VirtualBox
André Driesel, 30.11.2016 06:28, 2 Antworten
Halo Leute, ich versuche hier schon seit mehreren Tagen Apricity OS Gnome via VirtualBox zum l...
EYE of Gnome
FRank Schubert, 15.11.2016 20:06, 2 Antworten
Hallo, EOG öffnet Fotos nur in der Größenordnung 4000 × 3000 Pixel. Größere Fotos werden nic...
Kamera mit Notebook koppeln
Karl Spiegel, 12.11.2016 15:02, 2 Antworten
Hi, Fotografen ich werde eine SONY alpha 77ii bekommen, und möchte die LifeView-Möglichkeit nu...
Linux auf externe SSD installieren
Roland Seidl, 28.10.2016 20:44, 1 Antworten
Bin mit einem Mac unterwegs. Mac Mini 2012 i7. Würde gerne Linux parallel betreiben. Aber auf e...