Digitaler Rohstoff überholt fossilen Rohstoff im Wert

Digitaler Rohstoff überholt fossilen Rohstoff im Wert

Daten wertvoller als Öl

Andreas Bohle
09.05.2017 Es war nur eine Frage der Zeit, bis der Wert des digitalen Guts den der fossilen Rohstoffe übersteigt. Einige sehen diesen Punkt erreicht - und fordern neue Regeln für den Umgang mit der schnell wachsenden Ressource.

Jeder kennt den Grundsatz im Netz: Ist es umsonst, bist Du die Ware. Nach diesem Prinzip häufen Facebook, Google, Microsoft und darüber hinaus unzählige kleine und große Firmen Daten an, um diese zu analysieren und dadurch Rückschlüsse auf unser Verhalten zu ziehen und uns letztendlich zu beeinflussen. Gerade die großen Firmen aber, die einen erheblichen Gewinn aus diesen Daten schlagen, haben mitllerweile eine Machtfülle erreicht, die viele Sorge bereitet. Wie groß diese Sorge ist, zeigt sich unter anderem daran, dass die Wirtschaftzeitschrift The Economist nun in einem Artikel nach Regulation der Giganten ruft.

Bislang habe man sich gegen solche Schritte ausgesprochen, aber nun sei ein Punkt erreicht, an dem die Konzerne der digitalen Ökonomie dem allmächtigen Standard Oil aus der frühen Boom-Phase der Ölwirtschaft gleichen. Und dieser habe damals auch zerschlagen werden müssen, um wieder einen fairen Wettbewerb zu ermöglichen.

Ein umfangreicher Kommentar auf der Online-Plattform Reddit führt aus, wie groß der Einfluss einiger, oft wenige bekannter Firmen ist, die die Daten aufkaufen und analysieren. So gebe es nur eine Handvoll Unternehmen, die, jeweils für einen Sektor der Ökonomie, diese Arbeit leisteten, dadurch aber eine Gott-ähnliche Sicht auf diesen Bereich hätten. Gleichzeitig wachse deren Datengrundlage quasi ungebremst.

Wie der Economist nun ausführt, sei den Konzernen der digitalen Wirtschaft nicht mehr mit den Methoden der industriellen Zeit beizukommen. Aufgrund der Vernetzung sei es egal, ob ein Google oder fünf "Googlets" die Kontrolle über die Daten hätten. Vielmehr müsste die Kontrolleure sich ansehen, über welche Wertbestände in Form von Daten ein Unternehmen verfüge. Parallel müsste der Anwender zum einen wieder mehr Kontrolle über seine Daten erhalten, und die Firmen transparent machen, welche Gewinne sie mit den Daten erzielten. Als zusätzliche Maßnahme regt der Beitrag an, die Regierung sollten mit ihren eigenen Datenbeständen neue Märkte ermöglichen.

Das berge natürlich auch Gefahren, denn je gerade die Daten auf Servern des Staates stammen in den meisten Fällen aus dem engsten Kreis der Privatsphäre der Menschen. Und zugleich sei diese Transformation ein Projekt, dass sicher nicht an einem Tag  zu bewältigen sei, sondern einen langen Atem erfordere.

EDIT: In einer frühen Version des Textes waren die Links im Text nicht aktiv.

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