Die E-Books kommen

Quelle: http://www.jinke.com.cn
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Kindle und Co. sind auf dem Vormarsch

Jens-Christoph Brendel
05.12.2008 In Frankreich, Großbritannien oder Japan gehören sie bereits zum Alltag, nicht zu reden von den USA. Im nächsten Frühjahr kommen sie nun auch nach Deutschland: Lesegeräte für elektronische Bücher.

Den Laptops oder auch Netbooks haben die kleinen, tragbaren Devices etliche Vorteile voraus. So sind sie sehr viel leichter und haben eine wesentlich längere Laufzeit pro Akkuladung. Als Display-Technik hat sich E-Ink durchgesetzt, womit sehr kontrastreiche - allerdings bislang nur schwarz-weiße - Anzeigen realisierbar sind, die weder spiegeln noch flimmern. Strom verbrauchen sie nur beim Seitenwechsel. Selbst extrem dünne und flexible Displays kündigen Hersteller wie Plastic Logic bereits für 2009 an. Produzieren will man sie im ostdeutschen Dresden.

Hierzulande wird es vorerst das Amazon Kindle geben, das in den USA seit gut einem Jahr am Start ist, sich die Marktführerschaft erobert hat und dort bereits auf mehr als 170.000 verfügbare Titel verweisen kann. Parallel dazu tritt Sony in Deutschland an, enthält seinen hiesigen Kunden allerdings sein Spitzenmodell PRS-700 vor und speist sie mit dem Vorgänger PRS-505 ab, der beispielsweise gelesenen Dokumenten keine Anmerkungen hinzufügen kann. Aussagen zum Preis ließ sich der Hersteller nicht entlocken, das Gerät kostet aber derzeit in Frankreich 299 Euro.

Beide Geräte von Sony können im Unterschied zum Reader von Amazon außerdem nicht direkt auf Online-Inhalte zugreifen, sondern benötigen dafür einen PC. Der japanische Elektronikriese will seine Geräte über den Buchhandel verkaufen und versucht seine Marktchancen durch eine Kooperation mit dem Buchgroßhändler Libri und der Handelskette Thalia zu stärken.

Was bedeutet diese Entwicklung für Verlage und Buchhändler? Antwort auf diese Frage suchten gestern rund 140 Teilnehmer des wahrscheinlich bislang größten Events zu diesem Thema im deutschsprachigen Raum auf einer von der Akademie des Deutschen Buchhandels veranstalteten E-Book-Konferenz. Nach weniger erfolgreichen ersten Anläufen um die Jahrtausendwende werde es diesmal ernst, so die einhellige Überzeugung der Referenten. Dabei käme es für Verlage und Handel darauf an, eine attraktive und legale Downloadmöglichkeit zu bieten, um nicht die Fehler der Musikindustrie zu wiederholen. Dann allerdings ergäben sich ganz neue Marktchancen.

Das bestätigten Erfahrungsberichte großer und kleinerer Wissenschaftsverlage wie Springer oder Campus, für die elektronische Inhalte bereits seit vielen Jahren zum Alltag gehören. Springer etwa bietet bereits seit 1996 alle Zeitschriftentitel auch elektronisch an und macht in den USA nur noch 42 Prozent seines Umsatzes mit Papierauflagen. Im deutschsprachigen Raum sind allerdings erst 21 Prozent ins rein elektronische Lager migriert. Außerdem hält sich in der wissenschaftlichen Publizistik noch PDF als Format und der PC als Ausgabemedium, auf Kundenseite agieren häufig Institutionen und Bibliotheken. Publikumsverlage dagegen, die ausschließlich Endkunden adressieren, müssten vermutlich eher auf die speziellen Lesegeräte setzen. Die benötigen ihren Inhalt jedoch in besonderen Formaten wie EPUB, die nicht ohne weiteres aus einem normalen PDF abzuleiten sind, sondern einen eigenen Workflow in der Verlagsproduktion und nicht unerhebliche Investitionen in die Infrastruktur erfordern.
Grund dafür: Sowohl der Kindle und auch das Gerät von Sony können zwar mit PDFs umgehen, im Gegensatz zum EPUB-Format umbrechen die Reader die PDFs aber nicht nicht neu. Das führt dazu, dass ein für Din-A4 ausgerichtetes PDF auf den kleinen Displays der E-Book-Reader nur mit störenden horizontalen Scrollbars zu Lesen ist. Die EPUB-Seite dagegen passt sich der Displaygröße an

Der Droemer Knaur-Geschäftsführer Ralf Müller rechnet die Mehrkosten dieser Formatierung anhand einer Beispielkalkulation vor. Letztlich lautete aber auch sein Fazit: Wenn auch vieles noch nicht geklärt sei, "die Verlage müssen in diesen Markt".

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