Die CC0-Lizenz macht Werke gemeinfrei

Die CC0-Lizenz macht Werke gemeinfrei

Null Rechte

Kristian Kißling
20.03.2009 Urheber können mit einer neuen Creative Commens-Lizenz sämtliche Rechte an den eigenen Werken abgeben.

Die Schutzfrist für Bilder, Texte und andere Werke erlischt in Deutschland in der Regel 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Dann gelten die Werke als gemeinfrei, was bedeutet, dass jeder sie verwenden darf und dass sie nicht mehr dem Urheberrechtsschutz unterliegen. Ähnlich funktioniert das amerikanische Public-Domain-Prinzip, wobei Gemeinfreiheit und Public Domain nicht identisch sind.

Nun reagiert auch das Creative-Commons-Projekt auf diese Lücke im eigenen Angebot: Mit der CC0 können Urheber die Recht an ihren Werken, aber auch an Datenbanken, aufgeben und diese komplett der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Was letztere dann damit tut, liegt nicht mehr in den Händen der Urheber. Die Rechte lassen sich zudem auch nicht zurückholen.

Laut Creative-Commons-Projekt gibt es aber einen gesetzlichen Unterschied zwischen Public Domain und CC0: Die "Public Domain Dedication und Certification" verfolge zwei Ziele zugleich, nämlich die Arbeit der Allgemeinheit zu widmen ("dedicate") und eine Arbeit als der Allgemeinheit gehörig auszuzeichnen("certify"), was zu Verwirrungen führe.

Die CC0 konzentriere sich nur auf eine Möglichkeit (auf das "Widmen"), gelte weltweit und sei daher vom rechtlichen Standpunkt aus betrachtet robuster. Die PDDC basiere hingegen auf amerikanischem Recht und die Widmungsfunktion sei außerhalb der USA rechtlich unsicher.

Ähnliche Artikel

Kommentare
Keine Gemeinfreiheit in Deutschland
Urheberrechtler (unangemeldet), Samstag, 21. März 2009 13:11:21
Ein/Ausklappen

In Deutschland kann man, im Gegensatz zu den USA, auf das Urheberrecht nicht verzichten. Es ist hierzulande nicht möglich durch die Erteilung einer wie auch immer formulierten Lizenz Gemeinfreiheit vor Ablauf der Schutzfrist herzustellen. Man kann durch Erteilung einer Lizenz nur allen erlauben das Werk zu nutzen. Das ist nicht das Gleiche wie Gemeinfreiheit, da man dann immer noch gegen Verletzungen des Urheberpersönlichkeitsrechts vorgehen kann und man möglicherweise zumindest für die Zukunft die Lizenz wieder zurücknehmen kann.


Bewertung: 291 Punkte bei 76 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht

Aktuelle Fragen

Irgend ein Notebook mit Linux Mint - vllt der Dell Latitude 3480???
Universit Freiburg, 26.06.2017 13:51, 3 Antworten
Hey Leute, bin am Verzweifeln weil ich super gerne auf Linux umsteigen würde aber kein Noteboo...
scannen mit LINUXMINT 18.0 - Brother DCP - 195 C
Christoph-J. Walter, 21.06.2017 08:47, 5 Antworten
Seit LM 18.0 kann ich nicht mehr direkt scannen. Obwohl ich die notwendigen Tools von der Brothe...
Anfänger Frage
Klaus Müller, 24.05.2017 14:25, 2 Antworten
Hallo erstmal. Habe von linux nicht so viel erfahrung müsste aber mal ne doofe frage stellen. A...
Knoppix-Live-CD (8.0 LU-Edition) im Uefiboot?
Thomas Weiss, 26.04.2017 20:38, 4 Antworten
Hallo, Da mein Rechner unter Windows 8.1/64Bit ein Soundproblem hat und ich abklären wollte, o...
Grub2 reparieren
Brain Stuff, 26.04.2017 02:04, 8 Antworten
Ein Windows Update hat mir Grub zerschossen ... der Computer startet nicht mehr mit Grub, sondern...