KDE 4.6

Desktop für Tablets, QML-Widgets und Arbeitsplätze

Desktop für Tablets, QML-Widgets und Arbeitsplätze

Anika Kehrer
26.01.2011
Die neue Minor-Version der KDE-Desktopumgebung wartet mit einigen Verbesserungen auf.

Nokia lässt grüßen: QML gilt ab sofort als die bevorzugte Sprache, um Mini-Programme alias Widgets für die Plasma-Oberfläche zu programmieren. QML gehört zu Nokias Qt Quick, das grafisch Begabten den Zugang zur GUI-Gestaltung vereinfachen soll. Zu den sichtbareren Neuerungen zählt die Fähigkeit, sich Umgebungen alias "Activities" einzurichten. Damit sind nicht verschiedene Desktops gemeint, sondern bestimmten Tasks zugeordnete Anwendungen, etwa "Open Office" zur Activity "Arbeit": Ein Rechtsklick auf den oberen Fensterrand genügt, um die Anwendung einem Activity-Kontext hinzuzufügen. Ein Blogeintrag erklärt Weiteres zu den Activities.

Schick und shiny: der KDE Plasma Desktop 4.6.

Wer übrigens Gnome-Anwendungen bevorzugt, soll mit einem komplett überarbeiteten Qxygen-GTK-Port überrascht werden. Version 1.0.0 ist erst im Dezember 2010 erschienen. Näheres erklärt ein damit befasster KDE-Entwickler in seinem Blog.

Per Rechtsklick auf die Fenstertitelzeile fügt der Anwender ein Programm als "Activity" einem Arbeitsbereich hinzu.

Mobile Geräte erlangen seit KDE 4.6 besondere Aufmerksamkeit. Die Entwickler haben zum Beispiel Bibliotheken auseinander dividiert und Abhängigkeiten vermieden, damit der KDE-Desktop für Smartphones oder Tablets angepasst werden kann. In die Touch-Unterstützung ist ebenfalls Arbeit geflossen: Die Netbook-Oberfläche ist performanter geworden und besser mit Gesten zu bedienen, berichtet das Projekt.

Unter der Haube soll sich einiges getan haben, damit die Netbook-Plasma-Oberfläche schneller reagiert.

Auch einzelne Anwendungen wie etwa Kontact wurden touch-optimiert. Einen Eindruck von Kontact Touch auf Meego vermittelt ein Youtube-Video. Wer mit KDE unterwegs ist, soll jetzt auch ganz schnell Bilder in das soziale Netz pusten können: Gwenview zum Beispiel hat dafür eine eigene Export-Funktion erhalten.

Gwenview exportiert per Mausklick Bilder in soziale Netzwerke.

Eine ganze Reihe weiterer Neuerungen verstecken sich in den Release-Announcements, etwa ein neues Bluetooth-Framework oder Backup-Funktionen für Nepomuk. Das KDE-Projekt unterteilt seine Desktop-Umgebung inzwischen in drei "Produktserien", entsprechend gibt es Neuerungen zur Plasma-Oberfläche, Neuerungen zu KDE-Anwendungen und Neuerungen zu KDE für Entwickler. Zum Download bereit stehen sowohl Gesamtpakete für verschiedene Distributionen als auch die einzelnen Komponenten im Quellcode.

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