Desktop-Migration der Stadt München dauert zwei jahre länger

Desktop-Migration der Stadt München dauert zwei jahre länger

Ziel 2013

Britta Wülfing
17.11.2010
Die Migration auf Limux, den Open-Source-Desktop in München, soll nach der aktuellen Planung im Jahr 2013 abgeschlossen sein. Das ist zwei Jahre später als vorgesehen.

Für die vollständige Umsetzung hat der Stadtrat den Etat um 5,9 Millionen Euro erhöht ,und die Migration auf den Linux-Desktop wird nun von IBM-Mitarbeitern begleitet.

Andreas Heinrich unterstützt den städtischen Projektleiter Peter Hofmann nun bei seinen Aufgaben. Heinrich ist als einer von neun IBM-Mitarbeitern seit November 2009 im Linux-Team der Landeshauptstadt von Bayern. Big Blue kam letztes Jahr über eine Ausschreibung in das Projekt und übernimmt Aufgaben im Architektur-, Test- und Anforderungsmanagement.

Begonnen hatte das Limux-Projekt die Migration des Basisclients mit einer so genannten Keimzellenstrategie. Hierbei werden zunächst Pilotrechner in einzelnen Referaten vollständig migriert, die dann als Erfahrungsgrundlage für die weiteren Clients dienen sollten. Zwanzig dieser Keimzellen sind eingerichtet, jedoch stellte sich diese Vorgehensweise als zu langsam und ungeeignet für die Skalierung in großem Umfang heraus. Das ist ein Grund, weshalb IBM als Verstärkung gerufen wurde.

Andreas Heinrich unterstützt die Projektleitung bei der Linux-Migration der Stadtverwaltung München.

Die Beauftragung des IT-Giganten soll jedoch nichts daran ändern, dass die Stadt München weiterhin in Einzelaufträgen den regionalen Mittelstand fördert. Der Stadtrat betont, dass bisher rund 95 Prozent der Aufträge an mittelständische Unternehmen gegangen sind. Die Etaterhöhung auf insgesamt 18,7 Millionen Euro soll für den städtischen Haushalt keine Mehrbelastung sein, so die offizielle Verlautbarung, da die zusätzlichen Millionen erst 2012 und 2013, also im Verlängerungszeitraum zum Tragen kämen.

Bis Ende 2011 ist IBM zunächst in das Projekt eingebunden, und so sieht Andreas Heinrich seine wesentliche Aufgabe darin, bis dahin möglichst viele Clients vollständig zu migrieren. Aktuell sind rund 4000 Linux-Rechner im Einsatz, und er ist optimistisch, dass bis zum Jahresende noch einmal 1000 hinzukommen. Im Dezember wird die Version 3.0 des Basisclients auf den Rechnern einiger Key-Anwender installiert, im April 2011 soll die Version 3.1 folgen. Ausgestattet mit zusätzlichen Funktionen soll diese Release dann für den Massen-Rollout eingesetzt werden. Das Ziel für 2011 sei "auf jeden Fall mehr als 50 Prozent" der Basisclients umzustellen, gibt Heinrich zu Protokoll.

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