Laut Ubuntus selbsternanntem, gutwilligem Diktator Mark Shuttleworth soll Ubuntu 10.04 auch optisch glänzen. In einem Interview im IRC gab er an, täglich einige Stunden in Ayatana zu investieren, was viel sei. Das Projekt kümmert sich seit einiger Zeit um die Verschönerung und Vereinfachung von Ubuntu.
Zwar dauere es länger als gedacht, die Maschine zum Laufen zu bringen, aber er liebe diesen Teil des Projekts, gibt Shuttleworth zu Protokoll. Für 10.04 wolle man das Panel aufpeppen und wer das aktuelle Mitteilungssystem möge, werde "Lucid lieben". Einen Vorgeschmack auf die neue Fensterdekoration gibt es bereits hier zu bewundern: Ubuntu Sun bietet gleich drei Geschmacksrichtungen für die Fensterdekoration an: Morgengrauen (dawn), Tag (day) und Abenddämmerung (dusk).
Das Kernel-Mode-Setting-Dilemma
Ein größeres Problem bietet allerdings das Kernel Mode Setting, das nicht nur für einen flickerfreien Bootvorgang sorgt, sondern auch einen schnellen Benutzerwechsel ermöglicht. Es funktioniert bereits für Intel-Grafikkarten, ein Support für ATI ist geplant, er muss aber noch verbessert und getestet werden.
Schwieriger wird es für Nvidia-Nutzer: Standardmäßig wird Ubuntu 10.04 wohl den freien Nouveau-Treiber einsetzen, der das aktuelle nv ersetzt und mit Plymouth kooperiert. Bei Plymouth handelt es sich um eine Software, die den Boot-Screen animiert und bereits in Fedora 12 zum Einsatz kommt.
Wer allerdings auf proprietäre Nvidia-Treiber wechselt, um den 3D-Desktop zu verwenden oder 3D-Spielen zu nutzen, bekommt beim Booten nur eine bescheidene Fallback-Lösung serviert. Der Grund: Die Hooks für das Kernel Mode Setting schließen proprietäre Module zur Zeit aus. Wer aber nicht ständig den Benutzer wechselt, wird in der Praxis ohnehin nur wenig von Plymouth mitbekommen: Die Bootanimation taucht wegen der kurzen Bootzeiten auf aktuellen Rechnern lediglich für Sekunden auf.



