Der FernsEee-PC

Der FernsEee-PC

Marcel Hilzinger
25.04.2008

Auf der Cebit kündigte Terratec den ersten DVB-T-Stick für das Asus-Mini-Notebook Eee-PC an. Die LinuxCommunity hat das Gespann jetzt getestet.

Die Installation des Cinergy XS unter dem Asus Eee-PC dauert je nach Internetanbindung rund 15 Minuten und ist nicht wirklich komplizierter als ein Setup.exe zu starten. Als Resultat winkt ein perfektes Fernsehbild und eine halbwegs funktionierende Fernbedienung.

Treibersuche

Wer auf der Terratec-Homepage [1] den Menüpunkt Treiber & Support anklickt und sich mühsam durch die Stick-Auswahl kämpft, erhält als Resultat am Schluss nur einen Link auf den Windows-Treiber. Die Homepage hat den Treiber aber nicht versteckt. Man findet die nötigen Informationen, indem man den Hauptmenüpunkt TV anklickt, danach links auf TV unter Linux. Hier findet sich eine kurze Anleitung im Textformat sowie eine im Browser eingebettete, sehr detaillierte Präsentation.

Wie in der Anleitung beschrieben benötigt man für die Installation eine Internetverbindung. Steckt der Stick am Rechner, öffnet man ein Terminal über [Strg]+[Alt]+[T] (oder [Strg]+[T] im Dateimanager für die KDE-Konsole) und lädt dann mit dem Befehl wget mcentral.de/empia/installer.sh das Installationsskript herunter. Dieses macht man über chmod 777 installer.sh ausführbar und startet dann die eigentliche Installation mit sh installer.sh. Das Skript zieht sich zunächst sämtliche Updates zum Eee-PC und richtet dann den em28_xx_dvb-Treiber sowie die grafischen Elemente für das Menü ein. Als DVB-T-Programm kommt Kaffeine zum Einsatz, das Radio steuert GQradio. Für das analoge TV-Vergnügen zieht das Skript Tvtime aus dem Netz.

Der Cinergy-Stick ist etwas breiter als ein handelsüblicher USB-Stick. Möchte man den Stick auf der rechten Seite des Eee-PCs anschließen, setzt man am besten das Verlängerungskabel ein, da sonst für den zweiten USB-Anschluss kein Platz mehr bleibt.

Los geht's

Nach der Installation und dem obligatorischen Reboot findet man auf dem Reiter Spielen die drei neuen Einträge Analogue TV, DVB Digital TV, und FM Radio. Ein Klick auf DVB Digital TV startet Kaffeine. Dies dauert beim ersten Mal rund 10 Sekunden und Kaffeine zeigt automatisch den Dialog für das DVB-Setup an. In den Tests fand der Stick mit AUTO die Sender rund um München auf Anhieb. Einzig der Empfang von ARD, Arte, Phoenix und EinsPlus bereitet etwas Schwierigkeiten. Mit diesem Transponder kämpfen aber die meisten DVB-T-Empfänger in der bayrischen Landeshauptstadt.

Das Bild ist unter Linux wie gewohnt sehr gut. Auch die Aufnahme auf eine externe Festplatte bereitet dem Minirechner keine Probleme. Die Akkulaufzeit liegt bei voll beleuchtetem Display und moderater Lautstärke bei gut zwei Stunden, das reicht zwar für ein Fußballspiel, aber nicht mehr für die Verlängerung oder gar das Elfmeterschießen.

Leichte Probleme bereitet der Stick beim Powermanagement. Um den Laptop in den Ruhezustand zu versetzen, empfiehlt es sich, Kaffeine vorher zu beenden und den Stick abzustecken. Sonst kann es vorkommen, dass Kaffeine nach dem Resume nicht mehr startet oder der Rechner komplett hängenbleibt.

Fernbedienung

Zu unserer Überraschung funktioniert auch die beiliegende Fernbedienung out-of-the-box -- zumindest die wichtigsten Funktionen. So kann man mittels der Numerischen Tasten einen Sender direkt ansteuern. Von den übrigen Tasten sendet etwa die Hälfte Keycodes.

Ein detaillierter Artikel zum Setup des DVB-T-Sticks und der Fernbedienung auf dem Eee-PC und anderen Linux-Rechnern erscheint voraussichtlich im LinuxUser 07/2008.

Ähnliche Artikel

  • FernsehEeen
    Auf der CeBIT kündigte Terratec den ersten DVB-T-Stick für den EeePC an. Wir haben das Gespann getestet und zeigen, wie der Empfang auf jedem Rechner klappt.
  • TV-Feuerwerk
    Bei der Einführung von DVB-T wurde das digitale TV als Überall-Fernsehen angepriesen. Zwischenzeitlich kann man tatsächlich fast überall fernsehen, Linux-Nutzer müssen jedoch bei der Wahl des Empfangsgeräts gut hinschauen.
  • Testbericht: Digittrade DVB-T USB Stick
  • Neuer DVB-T-Stick von Digittrade mit perfektem Linux-Support
    Digittrade bewirbt sein Gerät als "den einzigen Plug-and-Play-fähigen DVB-T-Stick für Linux". Mit der neuen Version funktioniert auch die Fernbedienung.
  • Glücksspiel
    Wer ohne Kabel oder Satellitenschüssel fernsehen möchte, ist auf einen DVB-T-Empfänger angewiesen. Mit ein bisschen Glück finden Sie auch einen Adapter, der mit Linux zusammenarbeitet.

Kommentare
Re: Der FernsEee-PC
Seraphyn Christian M. Grube, Samstag, 26. April 2008 20:06:32
Ein/Ausklappen

Schade, dass dort nicht auch gleich Debian und andere Konsorten mit aufgeführt sind.
IMO kann man die Großen ( Debian, Fedora, OpenSuSE und Ubuntu) auch langsam mal mitunterstützen...

Grüsse Seraphyn


Bewertung: 148 Punkte bei 27 Stimmen.
Den Beitrag bewerten: Gut / Schlecht

Aktuelle Fragen

Artikelsuche
Erwin Ruitenberg, 09.10.2014 07:51, 1 Antworten
Ich habe seit einige Jahre ein Dugisub LinuxUser. Dann weiß ich das irgendwann ein bestimmtes Art...
Windows 8 startet nur mit externer Festplatte
Anne La, 10.09.2014 17:25, 4 Antworten
Hallo Leute, also, ich bin auf folgendes Problem gestoßen: Ich habe Ubuntu 14.04 auf meiner...
Videoüberwachung mit Zoneminder
Heinz Becker, 10.08.2014 17:57, 0 Antworten
Hallo, ich habe den ZONEMINDER erfolgreich installiert. Das Bild erscheint jedoch nicht,...
internes Wlan und USB-Wlan-Srick
Gerhard Blobner, 04.08.2014 15:20, 2 Antworten
Hallo Linux-Forum: ich bin ein neuer Linux-User (ca. 25 Jahre Windows) und bin von WIN 8 auf Mint...
Server antwortet mit falschem Namen
oin notna, 21.07.2014 19:13, 1 Antworten
Hallo liebe Community, Ich habe mit Apache einen Server aufgesetzt. Soweit, so gut. Im Heimnet...