Ein öffentlich zugängliches Memo des US-Verteidigungsministeriums (Department of Defense) erklärt, dass Open-Source-Software nicht schlechter als herkömmliche Software ist -- im Gegenteil.
Das Department of Defense (DoD) müsse sich immer schneller um Pflege und Weiterentwicklung seiner Software-Infrastruktur kümmern, wobei Open Source Vorteile verschaffe, findet der stellvertretende CIO David Wennergren in einem kürzlich veröffentlichten Memo. Im Anschreiben erklärt er, Wissenslücken und Missverständnisse hätten den Einsatz von Open Source im DoD behindert. Darum finde der Leser im Anhang ein "Clarifying guidance regarding open source software" . Diese Leitsätze richten sich an mehrere Sekretäre und Entscheider auf IT-, Beschaffungs- und allgemeiner Führungsebene des Verteidigungsministeriums und haben aufklärenden Charakter.
Das Memo legt den Adressaten nahe, auch Open-Source-Software einzubeziehen, um herauszufinden, welche Produkte am Markt ein gestelltes Problem lösen könnten. Als Argument führt es sieben Vorteile an: das Stabilität und Sicherheit fördernde Vielaugenprinzip, die Anpassbarkeit, Unabhängigkeit, Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten und Weiterentwicklung durch unbegrenzte Verwendungserlaubnis, die schnelle und unkomplizierte Verfügbarkeit für Experimentiersituationen sowie zwei Kostenargumente (fehlende Lizenzkosten und geringere Entwicklungskosten).
Als zweiter wichtiger Punkt räumt das Memo bestehende Missverständnisse aus. Beispielsweise stellt es klar, dass der Quellcode eigener Weiterentwicklungen nicht sofort und zwingend an die Öffentlichkeit weitergegeben werden muss, sondern nur, wenn auch das resultierende Programm an die Öffentlichkeit geht. Wenn weiterentwickelte Open-Source-Programme also nur intern Verwendung finden, müsse auch der Quellcode nicht herausgegeben werden.
Das insgesamt sechsseitige Dokument datiert vom 16. Oktober 2009 und ist als PDF auf einer eigenen Open-Source-Webseite der IT-Abteilung des Departments of Defense verlinkt. Hier finden sich zum Beispiel auch informative, sachlich fundierte FAQ rund um Open Source. David Wennergren löst mit seinem Dokument ein fast gleichlautendes aus dem Jahr 2003 ab. Aus diesem alten Papier (PDF, 60 KByte), meint Wennergren, hätten sich Missverständnisse ergeben. Es beschäftigt sich ebenfalls mit Open-Source-Software, enthält aber keine Erläuterungen, sondern drängt vor allem auf die Einhaltung von Richtlinien.



