Das kann der neue Linux Kernel 2.6.24

Das kann der neue Linux Kernel 2.6.24

Linus Torvalds hat heute den jüngsten Spross der Kernel-Familie veröffentlicht. Die Version 2.6.24 bringt neben neuen Treibern einen verbesserten Scheduler und ein überarbeitetes Tickless System.

Der Completely Fair Scheduler (CFS) aus dem Kernel 2.6.23 hat einige Micro-Optimierungen erhalten. Diese waren notwendig, da der neue Scheduler rund zehn Prozent langsamer war, als der alte. Nun soll der CFS sogar ein wenig schneller und vor allem deutlich kleiner geworden sein. Ein neues Feature des Schedulers ist “Fair Group Scheduling”, das die Fähigkeit beschreibt, Prozesse in Gruppen zu bündeln und zwischen ihnen die Rechenzeit aufzuteilen. So lassen sich beispielsweise alle Aufgaben eines Benutzers zu einer Gruppe zusammenfassen. Das ist sinnvoll, wenn ein Nutzer einen CPU-nahen und der andere zwei CPU-nahe Prozesse laufen hat. Bisher würde der zweite Nutzer zwei Drittel der Rechenleistung beanspruchen. Nun kann der Kernel die Prozesse gerecht je zur Hälfte zwischen beiden Benutzern aufteilen. Einen genauen Einblick in das Verfahren ermöglicht der Beitrag “CFS group scheduling” auf lwn.net.

Das neue Tickless-System soll den Kernel weiter zum Energiesparen “erziehen”. Diese Funktion erlaubt es ihm, Timer Interrupts für längere Perioden zu deaktivieren. So kann zum einen Energie eingespart und zum anderen die Performance gesteigert werden. 2.6.24 erweitert die Tickless Technik auf weitere 64-Bit x86-Systeme, die PowerPC-Plattform, die virtualisierte Architektur UML sowie auf einige Varianten von ARM und MIPS.

Weitere Neuerungen sind verbesserte SPI- und SDIO-Unterstützung (Serial Peripheral Interface und Secure Digital I/O) des MMC-Layers und USB Authentifizierung, die in Vorbereitung auf Wireless USB bereits aufgenommen wurde. Die Markteinführung der ersten Geräte mit drahtloser USB-Schnittstelle wird in den nächsten Monaten erfolgen. Mit der vorliegenden Release wurde auch die Vereinigung der 32-Bit- und 64-Bit-Trees der x86-Plattform abgeschlossen. Sie soll die Fehlerbehebung in Zukunft deutlich vereinfachen. Auch im Bereich Virtualisierung gibt es Neues: Das KVM-System (Kernel-based Virtual Machine), eine Virtualisierungslösung, die mit dem Kernel 2.6.20 für x86-Systeme eingeführt wurde, erlaubt mit dem neuen Kernel auch den Betrieb von 64-Bit-Windows als Gastsystem. Eine zweite Neuerung ist die Einführung der Funktion “PID and network namespaces”. Sie wird von virtualisierten Systemen benötigt, da diese die PID (Process Identifier), einen Schlüssel zur eindeutigen Identifikation von Prozessen, anders auslesen, als das Host-System. Das gleiche gilt für den Zugriff auf den Netzwerk-Stack.

Viele der neuen Treiber betreffen das im Kernel 2.6.22 eingeführte neue Wireless-Stack mac80211. Neu sind die Treiber “iwlwifi” (für Intel PRO/Wireless 3945 ABG/BG, Intel Wireless Wifi Link AGN), “rt2x00” (für die Produkte von Ralink Technology, RT2400 PCI/PCMCIA, RT2500 PCI/PCMCIA, RT61 PCI/PCMCIA, RT2500 USB, RT73 USB), “adm8211” (für Karten des taiwanischen Herstellers ADMtek ADM8211x) und “b43” (für BCM Communication, BCM43xx) sowie einige weitere. Die neuen WLAN-Treiber allein haben einen Anteil von rund 2,3 MByte am gesamten Quellcode. Mit allen Treibern, die auf mac80211 aufsetzen, erlaubt der neue Kernel die Durchführung von Packet Injections. Ebenfalls neu ist das Wireless Configuration Interface, das auf der Userspace-Schnittstelle Netlink basiert und abwärtskompatibel sein soll. Im Bereich Netzwerk sind unter anderem neue Treiber für Intel 82598 PCI-Express 10GBE und E1000E PCI-Express, Neptune- und AR7-Chips dabei.

Im Bereich Grafik sind als neue Treiber der verbesserte VESA-FB-Treiber “uvesafb” und ein Framebuffer-Treiber für BF54x-Geräte des Herstellers Blackfin aufgenommen. Ein neuer IDE-Treiber erlaubt Memory Mapped Devices, Compact-Flash-Karten im True-IDE-Mode wie “normale” Festplatten zu betreiben. Ein weiterer Treiber ermöglicht den Einsatz der 3.0 Gbps SATA Controller von Freescale. Ebenfalls eine Menge getan hat sich im Segment Video4Linux. Hier unterstützt die Bandbreite neuer Treiber den Betrieb von Toshiba TCM825x VGA-Kameras, wie sie unter anderem in Nokias Internet-Tablet N800 zum Einsatz kommen. Auch der oft auf TV-Karten verbaute Tuner VP27 von Panasonic und der für Rundfunk-Empfang notwendige Demodulator S5h1409 von Samsung (auch Conexant CX24227 Demodulator) werden ab sofort unterstützt.

Einen detaillierten Überblick aller Veränderungen enthalten das satte 5,8 MByte große Changelog sowie die Release Notes. Der neue Kernel in Version 2.6.24 lässt sich wie üblich über Kernel.org herunterladen. Ein Patch wartet dort ebenfalls.

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Lars S.
18 Jahre her

Leider ist ‘squashfs’ aus dem neuen Kernel gefallen.
Deshalb ist er für mich (momentan) noch unbenutzbar. :-(

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