Das Comeback des PowerPC

Das Comeback des PowerPC

Der PPC wurde Anfang der 90er Jahre von einem Konsortium entwickelt, um die damals weit verbreiteten Motorola M68K-Prozessoren mit einer zeitgemäßen CPU abzulösen. Der PPC wurde als Desktop-Version der von IBM in Großrechnern verwendeten POWER-Architektur entworfen mit dem Unterschied, dass die Desktop-Variante aus weniger CPU-Kernen besteht und mit Recheneinheiten erweitert wurde, die beim Betrieb eines Desktop-Systems von Relevanz sind (nicht zuletzt sind spätere PPC-CPUs für die Vektorrecheneinheit AltiVEC bekannt geworden).

Unglückliche Umstände führten jedoch dazu, dass die PPC-Architektur nur ein Nischendasein führte: Die Insolvenz von Commodore, der Rückzug von ATARI aus dem Hardware-Geschäft und der beginnende Boom von IBM-kompatiblen Noname-PCs. Die Desktop-Variante des PPC wurde letzendlich fast ausschließlich für Apple produziert und fand darüber hinaus nur auf wenigen IBM-Workstations und eher unbekannten Entwicklerboards einen Einsatz. Gegen Ende der 1990er Jahre veröffentlichte IBM das Referenzdesign CHRP, eine Art Open Hardware, das es interessierten Herstellern ermöglichen sollte, ein ATX-Motherboard nach Anleitung produzieren zu können. AMIGA INC., Rechteinhaber am Amiga System, sah darin eine Chance, nach vielen Jahren wieder einen neuen Amiga auf dem Markt zu bringen und beauftragte die Firma Eyetech damit, ein neues Motherboard zu produzieren. Kurze Zeit später wurden von anderen Herstellern ebenfalls ATX-Boards produziert. BPLAN entwickelte das Pegasos-System und Terrasoftsolutions das Teron-Motherboard. Zur gleichen Zeit kamen PPCs von immer mehr Spielkonsolen-Herstellern zum Einsatz.

Das Ende des Desktop-PPC stand trotzdem fast bevor. Apple gab bekannt, zukünftig Intel-CPUs zu nutzen und Motorola verkaufte die CPU-Produktion an Freescale. IBM produziert den G3-Prozessor für die Konsolenhersteller noch weiter, verändert aber nichts mehr großartig an diesem Chip. Freescale produziert den G4 in geringen Stückzahlen weiter und setzt vor allem daran, Embedded-Varianten des PPC zu entwickeln.

Mit den CHRP-Maschinen waren jedoch auch nicht mehr lange Produkte am Markt, die die Desktop-Variante des PPC weiter verwenden. Deren Produktion musste eingestellt werden, da keines der drei genannten Motherboards RoHS-Konform ist. Zu dem war der Stromverbrauch der G4-Prozessoren eher hoch und machte aufgrund der Tatsache, dass meistens mehrere CPUs zum Einsatz kamen sehr viel aus.

Der PPC konzentriert sich heute auf dem Embedded-Markt und findet dort neue Verwendung. Bis vor kurzem hatte der PPC noch einen Ruf als Stromfresser; heute produziert Freescale Embedded-Versionen, die auf älteren Desktop-Varianten beruhen aber sehr preiswert produziert werden und einen sehr geringen Stromverbrauch haben. Mit diesen Prozessoren werden Kleinst-Motherboards wie das EFIKA oder das SAM produziert, die sich auch wie ein herkömmlicher Desktop-Computer einsetzen lassen. Nicht nur die Hardware-Hersteller sondern auch Freescale als CPU-Hersteller verfolgen das Ziel, Single-Board-Rechner zur softwarebasierten Steuerung von Maschinen aber auch bildschirmgesteuerte Automaten zu basteln. Die verbliebene Amiga-Gemeinde nutzt heute die Embedded-PPCs als Basis für AmigaOS oder MorphOS, da die Betriebssysteme eher geringe Hardware-Anforderungen haben und die Embedded-Varianten einer älteren CPU völlig ausreichend zur Nutzung als Desktop-System sind.

[1] http://projects.powerdeveloper.org/projects.php
[2] http://http//www.acube-systems.biz

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Karl Schimanek
17 Jahre her

Jetzt musste ich mich doch mal anmelden … hab leider nicht viel Zeit, da ich auf Arbeit bin. Aber dein Artikel ist echt schlecht. Von PowerPC scheinst du ja nicht viel Ahnung zu haben oder? “PPC wurde letzendlich fast ausschließlich für Apple produziert” Schonmal was von Embedded gehört? Und weder IBM noch Motorola/FreeScale haben mit den Verkauf ihrer CPUs an Apple jemals Geld _verdient_ (50$ für einen 2.5GHz PPC970MP usw.). “Mit den CHRP-Maschinen waren jedoch auch nicht mehr lange Produkte am Markt, die die Desktop-Variante des PPC weiter verwenden. Deren Produktion musste eingestellt werden, da keines der drei genannten Motherboards… Mehr »

Ulf B.
17 Jahre her
Reply to  Karl Schimanek

Zum Thema Stromverbrauch der PPC Variante für Embedded Systeme ist so im Mittelfeld. ARM Systeme sind hier in der Regel wesentlich besser. Aber PPCs sind immer noch um Klassen besser als x86 Systeme. Übrigens findest Du heute bei Hochleistungssystemen im Auto PPCs sehr Häufig. Dort läuft er meist mit 400MHz ohne Kühlung (nur der nackte Chip) teilweise von -40°C bis +125°C. So und das Probiere mal mit einem x86 – na dann mal viel Spaß.

PS: PPCs meist sogar mit Linux sind heute im Auto da, wo Intel und MS demnächst hin wollen.

Ciao
Ulf

[1] http://www.freescale.com/webapp/sps/site/overview.jsp?nodeId=0162468rH3DgbN&tid=tApt

Karl Schimanek
17 Jahre her
Reply to  Ulf B.

Mir musst du das nicht erzählen ^^
Das ARM deutlich besser im Verbrauch ist, steht außer Frage. PowerPC ist eben mehr auf Rechenleistung
ausgelegt.

Und übrigens, ein MPC8640D mit 1.8GHz ist schneller als ein PPC970MP mit 2.5GHz und welches
Leistungsniveau dieser Prozessor hat dürfte bekannt sein ;-)

Ja, und wo Intel (mit ihrem Atom) hin will ist bekannt, nur will Intel viel, wenn der Tag lang ist.

Ulf B.
17 Jahre her
Reply to  Karl Schimanek

Das habe ich ja auch nicht Dir, sondern allen erzählt ;-).

Das ARM deutlich besser im Verbrauch ist, steht außer Frage.
Nicht ganz. Wenn Du einen ARM11 mit “Floating Point Unit” und vergleichbarer Performance nimmst, welcher dann auch ähnlich gut und eine vergleichbar flexibles I/O Interface wie ein MPC hat, verbraucht er auch in der gleichen Größenordnung Leistung.

Ciao
Ulf

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