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DTP-Funktionalitäten in OpenOffice 3.2 mit Graphite nutzen

DTP-Funktionalitäten in OpenOffice 3.2 mit Graphite nutzen

Marcel Hilzinger
02.09.2010 Eine Neuerung in OpenOffice 3.2 ist der Support für das Font-System Graphite. Ursprünglich vom Summer Institute for Linguistics für mehrsprachige Texte gedacht, lassen sich damit auch zahlreiche DTP-Anliegen lösen.

Die Crux beim Graphite-Support von OpenOffice 3.2 sind die Schriften. Um die Fähigkeiten des von der SIL Foundation erfundenen Smart-Font-Format Graphite nutzen zu können, benötigt man einen TrueType-Font mit entsprechender Graphite Font Table. Davon gibt es noch relativ wenige. Einen freien Font, der auf der Schrift Linux Libertine basiert und Graphite in vollem Umfang unterstützt, hat László Németh heute auf der OpenOffice-Konferenz in Budapest vorgestellt. Der Magyar Linux Libertine getaufte Font unterstützt neben Ligaturen, echten Kapitälchen, Brüchen, automatischen Tausenderabständen und Formelnotationen in TeX-Schreibweise zahlreiche weiter Funktionen, die für ein sehr professionelles Schriftbild in OpenOffice sorgen.

Der im Liberation-Font geschriebene Text weist keine Besoderheiten auf (oben) der untere Text im neuen Magyar Linux Libertine Font hingegen schon.

Wer selbst mit den Möglichkeiten des Graphite-Supports spielen möchte, findet auf der Homepage von László Német die Schrift Magyar Linux Libertine zum Download. Den Typography-Toolbar gibt es als gewöhnliche OpenOffice-Extension zum Download.

Da es nicht ganz trivial ist, eine TrueType-Schrift mit Graphite-Support auszustatten, möchte Németh in naher Zukunft den freien Font-Editor Fontforge um die Fähigkeit erweitern, OpenType-Schriften (die diese Zusatzinfos ebenfalls enthalten) in TrueType-Schriften mit Graphite-Support zu exportieren. Damit ließen sich schnell die wichtigsten freien Schriften in Graphite-Schriften umwandeln. OpenOffice plant zwar auch, OpenType-Fonts vollständig zu unterstützen, die Arbeiten dazu sind aber noch im Gange und dürften noch eine Weile anhalten.

Wer Interesse hat, selbts TrueType-Schriften mit den nötigen Graphite-Informationen zu versehen oder bei der Erweiterung von Fontforge mitzuarbeiten, findet auf der Website von László Németh weiterführende Informationen und die Kontaktdaten des ungarischen Entwicklers, der unter anderem auch den Spellchecking-Motor Hunspell entwickelt hat.

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