DOSBox 0.73 startet alte MS-DOS-Programme

DOSBox 0.73 startet alte MS-DOS-Programme

Fremdgänger

Tim Schürmann
03.06.2009 Wer noch Spiele aus den 80er und frühen 90er Jahren besitzt oder dringend ein altes MS-DOS Programm ausführen muss, darf sich freuen: Nach über einem Jahr Entwicklungsarbeit wurde jetzt eine neue Version der beliebten DOSBox freigegeben.

Wie ihr Name bereits andeutet, emuliert die DOSBox einen kompletten Computer mit 286 oder 386-Prozessor samt legendärem MS-DOS Betriebssystem. Die vor wenigen Tagen veröffentlichte, neue Version 0.73 kennt gegenüber ihrem Vorgänger weitere Grafikmodi, darunter auch Spezialmodi der SVGA-Karten von S3, Paradise und Tseng. Darüber hinaus emuliert die DOSBox jetzt auch EGA-Grafik und es gibt eine verbesserte Unterstützung des VESA-Standards.

Das Gesamtsystem arbeitet Dank zahlreicher Fehlerkorrekturen nicht nur stabiler, auch die Ausführungsgeschwindigkeit wurde drastisch erhöht – ruckelnde Grafik wird somit noch seltener.

Die beiden neuen Emulatoren der Soundchips opl2 und opl3, wie sie auf Adlib- und Soundblaster-Karten zum Einsatz kamen, sollen nicht nur für einen wesentlich verbesserten Klang sorgen, sondern auch weniger Rechenleistung in Anspruch nehmen.

Unter Linux unterstützt die DOSBox erstmals evdev Tastaturtreiber – wenn auch im Moment nur rudimentär. Weiterhin wurde das Speichermanagement via EMS/XMS verbessert. Die Probleme bei der Einbindung von CD-ROM-Laufwerken gehören ebenfalls der Vergangenheit an.

Die DOSBox reanimiert nicht nur MS-DOS Spiele (wie beispielsweise die legendären Monkey Island oder Sierra-Adventures), sondern hilft auch dabei, alte (Spezial-)Programme unter Linux auszuführen. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise alte Textdokumente oder wichtige Datenbanken auf einen modernen Linux-Rechner retten. Gegenüber reinen Virtualisierungslösungen wie etwa VirtualBox bringt die DOSBox bereits ein komplettes, MS-DOS kompatibles System mit, dessen komplexe Bedienung durch zahlreiche kleine Hilfen vereinfacht wurde. So reicht es in der Regel aus, der DOSBox den Speicherort des alten DOS-Programms an der Kommandozeile zu übergeben. Darüber hinaus emuliert die DOSBox heutzutage exotische, in den 80er Jahren aber übliche Grafikkartenstandards, wie Tandy, Hercules, CGA, EGA, VGA und die VESA-Modi.

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