Cebit 2008: Multi-Touch-Screen mit GPL-Software

Cebit 2008: Multi-Touch-Screen mit GPL-Software

Mathias Huber
06.03.2008

Pascal Schmitt hat einen Leuchttisch mit Multi-Touch-Screen und einigen Anwendungen entwickelt. Dazu verwendete der Abiturient Linux und Open-Source-Software.

"Bitte berühren" heißt das Motto bei Schmitts Leuchttisch in Halle 9. Der Multi-Touch-Screen registriert im Gegensatz zu herkömmlichen Touchscreens die Berührung durch mehrere Finger und Hände. Dadurch ist er auch mehrbenutzerfähig. Da normale Desktop-Programme mit mehreren Mauszeigern nicht zurechtkommen, hat der 20jährige auch eigene Anwendungen entwickelt, unter anderem ein Mindmapping-Programm und ein Onscreen-Keyboard. Auf Mindmaps lässt sich mit mehreren Fingern eine Lupe aufziehen, die Tastatur erlaubt das Drücken mehrerer Tasten sowie mehrere Keyboards auf demselben Display.

Rund eineinhalb Jahre Arbeit hat Pascal Schmitt mittlerweile in sein Projekt investiert. Angeregt durch Youtube-Videos über den Multi-Touch-Screen von Jeff Han beschloss er, selbst so etwas zu bauen. Im Gegensatz zur proprietären Lösung des Amerikaners it Schmitts Software allerdings unter GPL lizenziert. Als Betriebssystem kommt Linux zum Einsatz, die Programmierung erfolgte in C++ und OpenGL. Der Quellcode ist auf einer Sourceforge-Seite verfügbar. Das nächste Ziel des Entwicklers ist die Einbindung von Xgl und Compiz.

Tisch zum Draufschreiben - realisiert mit freier Software .

Als Hardware verrichten neben einem Linux-Rechner ein Beamer und eine Kamera ihren Dienst, die im Gehäuse unter der leuchtenden Oberfläche stecken. Der Screen besteht oben aus einer halbtransparenten Schicht, darunter befindet sich eine Silikonfolie. Der Zwischenraum wird vom Rand her mit LEDs beleuchtet. Drückt der Anwender mit der Fingerspitze auf den Screen, entsteht durch Kontakt der beiden Folien ein Leuchtpunkt, den Kamera und Software registrieren.

Den Prototyp des Geräts setzte die Münchener Firma Mehrwert um, die den Multi-Touch-Screen für Präsentationen auf Messen nun auch kommerziell verwerten möchte. Pascal Schmitt, der sich derzeit auf das Abitur vorbereitet, hat mit seinem Projekt Auszeichnungen geerntet: Er erhielt den zweiten Preis im Bundeswettbewerb Jugend forscht (im Gebiet Arbeitswelt) sowie den Zukunftstechnologiepreis des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

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