CeBIT: 1500 Euro an Xine-Projekt

CeBIT: 1500 Euro an Xine-Projekt

Grund zur Freude hatte gestern abend auf der CeBIT das Xine-Projekt. Markus Graf von Pseudonym.org und ein Vertreter der Zeitschrift LinuxUser überreichten einen Scheck über 1500 Euro, den Siggi Langauf stellvertretend für das Multimedia-Projekt entgegennahm. Xine gehört zu den etablierten Projekten im Linux-Bereich und bietet Software für das Abspielen von Multimedia-Inhalten. Langauf bedankte sich im Namen des Projekts und merkte an, dass es nur recht selten Momente gibt, in denen die Arbeit eines Open-Source-Projekts auch öffentlich Anerkennung findet.

Stellvertretend für das Xine-Projekt nahm Siggi Langauf den Scheck über 1500 Euro entgegen. V.l.n.r.: Siggi Langauf (Xine), Markus Graf (Pseudonym.org), Kristian Kißling (LinuxUser).

Das Geld stammt aus Verkäufen der Software LinDVD an Leser der Zeitschrift LinuxUser. Mit der Abspiel-Software lassen sich auch unter Linux legal mit CSS verschlüsselte DVDs ansehen. 485 Leser der Zeitschrift LinuxUser kauften sie für 33 Euro, je drei Euro davon gingen in den Spendentopf für ein Open-Source-Projekt. Auf diese Weise kamen 1500 Euro zusammen.

Markus Graf erzählte bei der Übergabe, wie der Kontakt zu Intervideo zustande kam und welche Vorteile seine Software für Linux-Nutzer bietet. Bislang gab es dank CSS-Verschlüsselung (Content Scrambling System) und der Lizenzpolitik der DVD CCA (DVD Copy Control Association) keine legale Möglichkeit, offiziell gekaufte – aber mit CSS verschlüsselte – Filme auf dem eigenen Linux-Rechner anzusehen. Mit der Libdvdcss existiert zwar eine Bibliothek, die den Abspielschutz umgeht, allerdings ist diese Lösung in Deutschland rechtlich umstritten, wenn nicht gar illegal.

LinDVD bringt diese Schlüsel mit – es handelt sich allerdings auch um eine kommerzielle Closed-Source-Software (auf LinuxUser.de findet ihr weitergehende Hintergrundinfos). Ob es aber in Zukunft eine offene Lösung zum Anschauen verschlüsselter DVDs geben wird, darüber äußerte sich Langauf eher skeptisch. Das überreichte Scheck-Imitat konnte er zunächst nicht mitnehmen – der Zug nach Stuttgart sei einfach zu überfüllt für das sperrige Teil.

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