Btrfs kommt

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[Update] Kernel-Entwickler Corbet über das neue Dateisystem

Britta Wülfing
13.01.2009 Der Linux-Kernel-Entwickler Jonathan Corbet gibt eine Vorschau auf die Neuerungen, die der nächste Linux Kernel 2.6.29 bringen wird, darunter das Filesystem der Zukunft: Btrfs.

Pünktlich zu Weihnachten hatte Linus Torvalds den Linux Kernel 2.6.28 veröffentlicht, und rund zwei Wochen später folgte bereits der erste Kandidat für die kommende Version 2.6.29. In seinem Blog auf der Webseite der Linux Foundation sieht der Kernel-Entwickler Corbet viel Arbeit auf die Entwickler zukommen, zwar mit wenigen, dafür bedeutenden Neuerungen.

„An erster Stelle wird für viele Leute stehen, dass das Btrfs-Dateisystem hinzukommt“, schreibt Corbet. Erst am 5. Januar hatte Kernel-Entwickler Chris Mason die Aufnahme in den Kernel beantragt, und damit eine heftige Diskussion ausgelöst. Diese ist nun beendet, und Corbet prophezeit dem Dateisystem eine große Zukunft: „Es ist beabsichtigt, dass Btrfs das Filesystem der nächsten Generation wird und es ist vorstellbar, dass es uns für die nächsten zehn bis zwanzig Jahre erhalten bleiben wird.“ Allerdings werde Btrfs noch nicht das System der Wahl im nächsten Kernel, und es brauche noch einiges an Entwicklungsarbeit.

Corbet ergänzt: „Keiner sollte erwarten, dass er Btrfs für irgendwelche Daten nutzen kann, die ihm wichtig sind, und das gilt wohl für das nächste Jahr – mindestens.“ Warum Btrfs dennoch bereits in den Hauptkernel aufgenommen wird, begründet er damit, dass das System so schneller produktionsreif werden kann, auch weil es von mehr Anwendern und Entwicklern getestet wird.

[Update 13. Januar:] Inzwischen hat Chris Mason Version 0.17 von Btrfs veröffentlicht. Sie ist mit der Version identisch, welche jetzt in den Vorabkernel 2.6.29 aufgenommen wurde. Hier geht's zum Btrfs-Download.

In seiner Vorschau lobt Corbet nochmals das Konzept des „Staging“-Verzeichnisses, das im Sommer 2006 quasi als Experimentierzweig für den Kernel eingeführt wurde. In diesem Zweig werden neue Treiber aufgenommen, die zwar noch nicht den sonst üblichen Anforderungen an Kernel-Code entsprechen, ohne die aber manche Hardware unter Linux nicht laufen würde. Corbet sieht schon erste Erfolge im Entwicklungstempo: „Frühe Erfahrung zeigt, dass Treiber im Staging-Zweig tatsächlich Fixes für eine Vielzahl von Problemen erhalten, die vorher jahrelang ungelöst waren.“ Als Beispiele nennt er Treiber für Google Android oder den Ralink WLAN-Treiber, der beispielsweise auf dem beliebten Asus Eee PC zum Einsatz kommt.

Unter den weiter sichtbaren Neuerungen, die Corbet ankündigt, sind Patches für Kernel Mode Settings (KMS), die sich auf Video- und 3D-Grafik-Unterstützung bei x86-Systemen auswirken. Mit Hinweis auf den „sehr neuen“ Code mahnt der Entwickler auch hier zur Vorsicht, denn dieser unterstütze derzeit nur einige Intel-Adapter, ebenso müsse die passende Version des X-Server installiert sein. Außerdem neu dabei in Kernel 2.6.29 ist das Read-Only-Dateisystem Squashfs, das vorwiegend für Live-CD-Distributionen und eingebettete Systeme genutzt wird.

Der Stabilisierungsprozess beginnt nun und Corbet verspricht frühen Testanwendern „die eine oder andere Überraschung“ im ersten Release-Kandidaten. „Im Lauf der nächsten zwei Monate werden diese Probleme gefunden und behoben, und damit wird die Voraussetzung geschaffen für eine stabile Release 2.6.29 irgendwann im März.“

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