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Bruce Perens: Wählt mich, ich bin Community

Kristian Kißling
19.03.2008

In der Open-Source-Community ist Bruce Perens ein Begriff: Kein Wunder, er prägte - zusammen mit Eric Raymond - den Begriff Open Source und gehört zu den Pionieren in der Szene. Nun kündigte er an, er wolle sich in den Vorstand der Open Source Initiative (OSI) wählen lassen. Sie vergibt Open-Source-Lizenzen und versucht, quelloffene Software im Business-Bereich zu promoten.

Konkret wirft er der Initiative vor, zu viele Verkäufer (Vendors) in ihren Reihen zu haben, die mit Linux nur Geld verdienen wollen, anstatt es in ihre Strategie einzuplanen. Die Ironie daran: Perens selbst war vor etwa 10 Jahren Mitgründer der OSI. Die Initiative wurde aus genau dem Grund gegründet - um Firmen von Open-Source-Software zu begeistern. Doch die Geister die er rief, wird er nun nicht mehr los.

Besonders beschwert sich Perens über Geschäftsleute, die sich zunehmend in den Mittelpunkt drängen und wichtig machen, etwa auf Messen. Die Verkäufer-Zentriertheit beschneide die Rechte aller anderen Nutzer, so Perens. Er sei zwar nicht pauschal gegen Verkäufer, aber mittlerweile könne vermutlich sogar Microsoft aufgrund seiner Open-Source-Strategie Anspruch auf einen Sitz im OSI erheben, beklagt er sich.

Auf einer Webseite ruft Perens seine Fans daher auf, ihn zu unterstützen und zu unterschreiben, um der Community im OSI-Bord eine Stimme zu geben. Laut Artikel 5, Sektion 5 der Satzung des OSI werden die Vorstandsmitglieder intern vom Vorstand gewählt, weshalb er viele externe Unterstützer braucht.

Perens schreibt weiter, er habe sich immer gegen Händler-Exzesse gewehrt - etwa gegen die SCO-Klage und den Novell-Microsoft-Deal und würde diese Position auch im Vorstand vertreten. Nebenbei würde er auch gern die Anzahl der von der OSI abgesegneten Lizenzen reduzieren: Vier Lizenzen genügen laut Perens für sämtliche Bereiche, in denen Open-Source-Software zum Einsatz kommt.

Allerdings, schreibt er weiter, wisse er auch, dass seine Wahl nicht einfach werde. Einige mögen seine Standpunkte nicht, mit anderen gäbe es Konflikte aus der Vergangenheit, an denen er nicht immer unschuldig gewesen sei. Dennoch scheint der Open-Source-Veteran noch viele Fans zu haben: In relativ kurzer Zeit haben über 1000 Leute seinen Aufruf unterzeichnet.

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