Beta 1 von Ubuntu 12.10

Beta 1 von Ubuntu 12.10

Beta 1 von Ubuntu 12.10 mit Coverflow, LVM, Unity 6.4

Kristian Kißling
07.09.2012 Gestern Abend erschien die erste Beta-Version von Ubuntu 12.10, das den Codenamen "Quantal Quetzal" trägt. Der exotische Vogel trägt bereits jetzt einige Neuerungen unter dem Gefieder.

Eine erste auffällige Änderung an der Beta 1 von Ubuntu 12.10: Es gibt nur noch ein einziges, 800 MByte großes, Image. Die Alternate-Variante fällt ebenso weg wie die getrennten Versionen für CD und DVD. Einzige die Server-Geschmacksrichtung gibt es weiterhin in CD-Größe. Neben Ubuntu veröffentlichen auch die Derivate Kubuntu, Edubuntu, Lubuntu sowie Ubuntu Studio heute die erste Beta-Version.

Zu den Veränderungen von Ubuntu 12.10 gehört bisher, dass der Installer Ubiquity nun das Einrichten von Logical Volume Management (LVM) ebenso unterstützt wie das Verschlüsseln des kompletten Systems (full disk encryption). Am Update Manager, der neuerdings Software Updater heißt (Abbildung 1), haben die Entwickler ebenfalls einige Änderungen angebracht. Während der neue Displayserver Wayland noch nicht in Ubuntus Repositories landet, gibt es ein Update für den X.Org-Server.

Abb. 1: Neuer Name, neues Glück: Der Software Updater in Aktion.

Spannend sind sicher auch die Änderungen an Unity: Von dem Desktop existiert nur noch die 3-D-Variante. Für ältere Rechner besteht die Möglichkeit, Unity über LLVMpipe zu verwenden, das nun die frühere 2-D-Version ablöst. Noch befindet sich die LLVMpipe-Variante allerdings im Umbau, so dass hier noch Bugs auftreten können. Unity hat inzwischen die Version 6.4 erreicht und bringt im Dash eine Vorschaumöglichkeit für Mediendateien mit sowie eine Coverflow-Ansicht. Letztere betrifft die Musikalben von Ubuntu One sowie die installierbaren Anwendungen. Im Startmenü gelangt man über die ersten zwei Einträge nun zu einem Fenster, das Information zu Ubuntu und zum eigenen Rechner anbietet. Etwas gewöhnungsbedürftig: Zu den "additional drivers" (die Treiber für proprietäre Komponenten, wie etwa Grafikkarten) gelangt man nun über "Software-Paketquellen" (Abbildung 2).

Abb. 2: Die zusätzlichen Treiber betreffen vor allem Grafikkarten und andere proprietäre Hardware.

Beim Dateimanager Nautilus greift das Projekt auf eine ältere Version zurück, die aber ein wenig anders aussieht, als die Variante in Ubuntu 12.04. Da die Gnome-Entwickler Features aus Version 3.6 entfernt haben, will das Projekt die neueste Version noch nicht verwenden. Neuerungen gibt es auch im Software-Center: Über die Kategorie "Themen und Optimierungen | Dash Search Plugins" (Abbildung 3) gelangt man zu einer Übersicht der verfügbaren Suchfilter (lenses). Neben Musik, Dateien und Anwendungen lassen sich auch diverse Online-Dienste direkt über das Dash durchsuchen, etwa Wikipedia oder Ask Ubuntu. Nicht zuletzt zeigt nun bereits der Anmeldebildschirm von Unity ein Network-Manager-Icon an.

Abb. 3: Die Filter für das Dash lassen sich nun einfacher über das Software-Center erreichen.

Da Compiz inzwischen OpenGL ES unterstützt, funktioniert Unity 3-D nun auch auf dem Pandaboard mit seiner ARM-Architektur. Unter der Haube findet derweilen eine Migration zu Python 3 statt. Von der Cloud-Lösung OpenStack gibt es nun testweise Pakete der Folsom-Version. Apache Tomcat 7 ist ebenso an Bord wie Ceph 0.48.1. Die Beta-Version ist eine Testvariante und sollte nicht auf Produktivsystemen eingesetzt werden. Wer sie herunterladen will, folgt am besten diesem Link.

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