Linux-Kernel erreicht Version 3.8

Besserer Grafik- und Dateisystem-Support

Besserer Grafik- und Dateisystem-Support

Kristian Kißling
19.02.2013
Die neueste Release des Linux-Kernel trägt die Versionsnummer 3.8 und bringt ein frisches Flash-Dateisystem namens F2FS mit sowie einige Optimierungen am Grafiksystem und an den Dateisystemen Btrfs und Ext 4.

"Die Release hat sich um einige Tage verzögert, weil ich noch auf die Bestätigung eines kleinen Patches gewartet habe. Aber hey, wir könnten auch einfach behaupten, das alles sei Absicht und es handelt sich um den speziellen "Presidents' Day Release". Klingt irgendwie geplanter, oder?"

Mit diesen Worten kündigte Linus Torvalds auf der Mailingliste die neue Kernel-Version 3.8 an. Sentimentalen Zeitgenossen wird auffallen, dass der Support für i386-Prozessoren mit der aktuellen Kernel-Release endet. Zu den Highlights gehört hingegen das experimentelle Flash-Dateisystem F2FS, das von Samsung kommt. Anders als native SSD-Dateisysteme unterstützt F2FS den "Flash Transition Layer", mit dessen Hilfe sich zahlreiche Consumer-SSDs als blockorientierte Geräte tarnen, und schreibt seine Daten in einen Ringspeicher (Log-structured FS).

Dank Btrfs lassen sich Festplatten im laufenden Betrieb entfernen und die Daten schnell auf andere Festplatten migrieren. Diesen Prozess, der selbst nach einem Stromausfall weiterhin funktioniert, haben die Kernelentwickler beschleunigt. Auch ein anderes Dateisystem profitiert von Neuerungen: Ext 4 speichert Informationen über Dateien gewöhnlich in Inodes, deren Größe (256 Bytes) das Dateisystemj edoch nicht immer komplett ausnutzt. Kernel 3.8 erlaubt es, sehr kleine Dateien direkt in Inodes zu speichern. Das spart nicht nur Plattenplatz ein, sondern verhindert auch das Anlegen von Datenblöcken für die kleinen Dateien.

Im Grafikbereich hat sich auch etwas getan: Der Kernel-Part des Open-Source-Treibers Nouveau unterstützt nun die 3-D-Funktionen von Nvidia-Karten, kommt aber in puncto Performance noch nicht an die proprietären Treiber heran. Daneben gibt es Performance-Steigerungen für die quelloffenen Radeon-Treiber für AMD-Grafikkarten und die GPUs von Intels neuer Haswell-Generation werden besser berücksichtigt. Der Kernel 3.8 unterstützt zudem verteilte ARP-Tables, die das Batman-Routingprotokoll für Mesh-Netzwerke benötigt. Nicht zuletzt ist der Support für den User Namespace komplett: dank ihm dürfen nun auch unprivilegierte Nutzer Prozesse mit prozesseigenen Namespaces starten.

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