Belgische Regierung wählt OpenDocument als Standard

Belgische Regierung wählt OpenDocument als Standard

Britta Wülfing
26.06.2006

Das OpenDocument-Format (ODF) wird ab September 2008 das Standard-Format für die belgische Regierung, wie die Pressestelle des belgischen Ministeriums für Arbeit und Information am 23. Juni bekanntgab. Nach einer Übergangsfrist zur Umstellung sollen ab diesem Zeitpunkt alle Dokumente im Datenaustausch mit der belgischen Verwaltung diesem Standard entsprechen, im internen Datenaustausch werden andere Formate noch einige Zeit länger akzeptiert.

Der zuständige Minister Vanvelthofen betont, dass die Nutzung verschiedener Office-Programme wie Microsoft Office, Corel WordPerfect Office, OpenOffice es notwendig machen, sich auf einen gemeinsamen Standard zu einigen. Die Wahl fiel deshalb auf ODF, weil es ein offener Standard sei. Zudem ist es der Regierung wichtig, dass ODF auf gutem Wege sei, die ISO-Zertifizierung (International Standard Organisation) zu erlangen. Für Microsoft ist dies ein weiterer Rückschlag bei europäischen Regierungsstellen, der unternehmens-eigene Gegenentwurf zu OpenDocument "OpenXML" wird nicht berücksichtigt.

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Kommentare
Re: Belgische Regierung wählt OpenDocument als Standard
Benjamin Quest, Mittwoch, 28. Juni 2006 08:47:40
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Na da bin ich ja mal gespannt, was das für Auswirkungen hat. Erstmals entscheidet sich ein Staat mit 10 Mio Einwohnern für ein quelloffenes Dokumentenformat. Das impliziert, daß in den Verwaltungen flächendeckend auf StarOffice oder OpenOffice umgestellt wird.

Nimmt Ballmer jetzt Flämisch-Unterricht für eine bevorstehende Belgienreise? Oder wird in MS-Office jetzt volle *.odf Kompatibilität eingebaut? Wahrscheinlich letzteres und das wahrscheinlich nur als "Special Edition" (= nur für Belgische Behörden erhältlich), denn das wahre Monopol im Office-Bereich ist das Format mit seinen Funktionen, nicht die MS-Office Oberfläche. Das Monopol würde natürlich durch eine mögliche vollständige Interoperabilität mit anderen Office Programmen deutlich aufgeweicht. Denn das was zwischen Koffice und OOorg nicht geht (wegen der Funktionsunterschiede der beiden Programme) kann bei MS-Office und OOorg durchaus besser funktionieren, da sie weitgehend den gleichen Funktionsumfang mitbringen.


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