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Basic unter Linux

Christian Stamitz
05.01.2005

Jetzt kurz nach Weihnachten gibt es Neues von der Programmiersprache Basic unter Linux zu berichten. Bernd Noetscher stellt eine Vorschau seines ehemaligen Open Source Projektes Kbasic zum Download bereit. Kbasic ist nunmehr Low-cost Software. Die schlechte Dokumentation seines Projektes und sein autokratischer Stil führten dazu, dass nie eine Entwickler-Community entstand. Nachdem er sich entschieden hat sein Projekt als Closed Source Software zu vermarkten, folgte eine Ankündigung und weitere Wartezeit. Jetzt liegt eine durchdachte Version von Kbasic vor, die von den Ambitionen des Autors zeugt. Nicht nur Linux, auch unter Windows soll mit Kbasic programmiert werden.

Währenddessen haben andere freie Projekte Stabilität erlangt. So gibt es ein wichtiges Update für das freie Projekt Gambas, das die stolze 1.0 überschritten hat. Der Vollständigkeit halber sei auch noch Hbasic erwähnt. Das Mono-Projekt kündigt ferner eine Implementierung von VB.NET beginnend mit dem Release 1.2 an, das sogenannte mbas.

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Kommentare
Re: Basic unter Linux
GoaSkin , Montag, 10. Januar 2005 21:21:01
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Basic unter Linux dürfte in erster Linie für alle interessant sein, die Visual Basic-Lösungen auf Linux oder andere X11-basierte Umgebungen migrieren möchten. Dabei stellt sich die Frage, mit welcher Basic-Lösung man mit der geringsten Arbeit die VB-Software unter Linux zum laufen bekommt. Vor einiger Zeit schrieb ich einmal einen Beitrag zu RealBasic. Dabei handelt es sich um ein Produkt von Application Systems Heidelberg, das es erlauben soll, Programme mit identischem Quellcode für Linux, Windows und Mac OS X compilieren zu können (ähnlich wie QT). Bei Realbasic soll es sich um einen echten Visual Basic Clone handeln, der nicht nur die ganzen proprietären VB-Befehle kennt, sondern gleich auch noch die Funktionen der wichtigsten Windows-DLLs vorgaukelt. Von den genannten Opensource-Projekten dürfte Gambas am ehesten in Frage kommen.

Wer ein neues Projekt unter Linux und für Linux entwickeln möchte, ist jedoch mit C/C++ bei Verwendung von QT oder GTK besser bedient, da die meisten Komponenten, die man in seine Programme einbinden als Sourcecodes für die C-Sprachen vorliegen. Gut, man könnte Bibliotheken daraus basteln und dafür Header in einer anderen Programmiersprache schreiben, aber trotzdem kommt man dann um C- Kenntnisse nicht herum und hätte zusätzliche Arbeit. Ansonsten haben sich auf dem X11-Desktop noch Python, TCL/TK und Perl mit entsprechenden Erweiterungen zu GUI-Programmierung eingebürgert.

[1] http://www.application-systems.de/realbasic/
[2] http://www.linux-community.de/Neues/story?storyid=12388



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Re: Basic unter Linux
Christian Stamitz, Dienstag, 11. Januar 2005 19:28:21
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Die Problematik von c/C++ ist:
* viele unnötige Freiheiten, z.B. die fehlerträchtige Speicherverwaltung
* harte Lernkurve
* viele unterschiedliche unübersichtliche Bibliotheken
* schlechte Dokumentation der GUI-Programmierung für Einsteiger im Sinne schneller Resultate
* viel overhead (makefiles u.a.)

Aus meiner Sicht sind die Anforderungen im Applikationsbereich andere als bei der Systemprogrammierung.

In jedem Fall gebe ich zu RealBasic vergessen zu haben.

Es gibt unzählige Basicimplementierungen aber so recht konnte bislang keine überzeugen. Jetzt aber gibt es lauter runde Produkte.


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Re: Basic unter Linux
GoaSkin , Mittwoch, 12. Januar 2005 12:55:35
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Schwerer zu lernen ist C++ für Anfänger allemal. Hinzu kommt die Tatsache, daß man gerade bei GUI- Programmierung mit so enorm bestückten Bibliotheken arbeitet, daß die Programmiererei mit der eigentlichen Sprache nicht mehr viel zu tun hat. Ich habe mich einwenig mit QT beschäftigt und frage mich dabei manchmal, was das mit C++ überhaupt noch zu tun hat außer den Schleifen und dem Syntax. Da denke ich auch, daß es ähnliches Prinzip ist, ob man nun QT, GTK, die Microsoft Foundation Classes, GnuStep/ OpenStep, die CarbonLib oder Cocoa (abhängig vom Betriebssystem) nutzt.

Man muß es aber auch so sehen, daß als Wiedergutmachung für schwerere Programmierung Helferlein für eigene Programme - ob es sich um Funktionen zur Ansteuerung spezieller Hardware oder für Routinen zum Zusammenspiel mit Drittanbietersoftware handelt - in der Regel nur als C(++)-Header zur Verfügung gestellt werden.


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Re: Basic unter Linux
Marco Koslowski, Dienstag, 11. Januar 2005 19:33:03
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Nun, ich darf mich Euch auf voller Breite anschließen, auch ich bin der Meinung, dass das Interesse um BASIC unter Linux nicht erwähnenswert ist. Es stehen weitaus mächtigere Sprachen zur Verfügung.

Ich persönlich greife auch fast ausschließlich zu C/CPP und neuerdings zu C#, vor allem das MONO-Projekt finde ich in diesem Zusammenhang sehr interessant.

Gruß
Marco


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Re: Basic unter Linux
GoaSkin , Mittwoch, 12. Januar 2005 13:09:25
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Ich habe das Gefühl daß sich für Einsteiger unter Linux die immer mächtiger werdenden Skriptsprachen durchsetzen, die mittlerweile auch vorcompiliert werden können: Python/Ruby, TCL/TK, Perl, PHP. Viele Einsteiger beginnen ihre Programmierung zunächst mit dynamischen Webseiten. Diese sind allerdings mit allen Programmiersprachen leichter zu machen, da es sich - mit Ausnahme von Java-Servlets um Programme handeln, die mit eindeutigen Parametern aufgerufen werden und - wenn auch mit Schleifen - zu einem definitiven absehbaren Programmende führen. Es müssen keine Signals & Slots definiert werden und gibt keine Abfragen während dem Programmablauf. Wer GUI programmieren möchte, kann da aber nicht drum rum kommen.

Leute, die mit GUI-Programmierung anfangen möchten, sind öfters froh, daß ihnen bekannte Web- Programmiersprachen mittlerweile die Möglichkeit bieten, damit auch GUI-Programme zu schreiben. Da muß man sich wenigstens in keine neue Sprache hineinarbeiten, sondern lediglich in jene Sprache vertiefen, mit der man sonst dynamische Webseiten schreibt. Mit den GTK+-Funktionen, die es bei PHP mittlerweile geben soll hab ich mich nie befasst, aber musste feststellen, daß man mit keiner Sprache so schnell und einfach GUI-Programme schreiben kann, wie mit TCL/TK. Gleichzeitig erlaubt diese Sprache auch die Programmierung von Applets, CGI-Skripten, Shell-Skripten und echten Konsolen- Programmen. Für komplexere Sachen kann man haufenweise binäre Bibliotheken installieren, die die Sprache und deren Möglichkeiten erweitern.


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Re: Basic unter Linux
Marco Koslowski, Montag, 10. Januar 2005 20:36:58
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Hallo Christian,

waren die Großen dieser Welt nicht immer etwas ... "speziell"? ;o) Spaß beiseite, mich würde es interessieren, welcher Entwickler hier in diesem Forum zu BASIC greift und wie es allgemein um das Interesse von BASIC unter Linux bestellt ist.

Man liest sehr wenig zu COBOL unter Linux und das ist teilweise ein echtes Problem, gerade im Bezug auf Migrationsvorhaben und von BASIC bekomme ich ebenfalls relativ wenig mit.

Es wäre daher schön, wenn sich einige Entwickler angesprochen fühlen und mal ihr Statement dazu abgeben ...

Gruß
Marco

[1] http://www.acucorp.com/markets/linux/
[2] http://www.thekompany.com/products/kobol/
[3] http://tiny-cobol.sourceforge.net/index.php



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Re: Basic unter Linux
Jan Kandziora, Montag, 10. Januar 2005 21:07:34
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Entwickler hier in diesem Forum zu BASIC greift

Nur um es in hohem Bogen aus dem Fenster zu schmeißen.

An sich ist an Basic nicht viel Schlimmes. Schlimm ist vielmehr, das es von dieser Sprache hunderte, wenn nicht tausende, inkompatible Derivate mit meist sehr geringer Halbwertszeit gibt, die noch dazu alle bestimmte Sachen nicht können. Da kann man ja gleich als Eunuch im Harem anfangen!

Mit COBOL sieht's zum Glück besser aus, da gab es nicht so viele Derivate. Das Hauptproblem bei allen diesen Altertümern sind aber fehlende native Libraries oder beim Compiler mitgelieferte Stubs.

Mein persönlicher Favorit war ja lange Zeit FORTH, aber mit tcl hat sich diese Jugendliebe auch erledigt.

Jan


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Re: Basic unter Linux
Christian Stamitz, Dienstag, 11. Januar 2005 19:33:50
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Cobol ist ein Fossil, das freilich unterstützt wird. Es gibt viele gute Einsteigerkurse, aber die Menge an Code, die man schreiben muss, machen es zu einer ABM für Entwickler -- und dann kann man noch nicht mal wirklich was damit anfangen. Wer es nutzen muss, der kann damit weiter werkeln, aber das ist der lockin.

Prolog gibt es noch, sehr interessant mit guten Implementierungen (SWI, GNU) und Lisp.

Und natürlich Pascal (free und Gnupascal) /Oberon/Modula und wie sie alle heissen.



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