Banshee erhöht auf Version 1.2

Banshee erhöht auf Version 1.2

Kristian Kißling
01.08.2008

Nur knapp zwei Monate nach dem Erscheinen von Banshee 1.0 gibt es mit Banshee 1.2 bereits einen Nachfolger. Der führt nicht nur einige neue Features ein, sondern bereinigt auch über 80 Fehler der stabilen Version 1.0. So kann Banshee nun tatsächlich mit Radiosendern umgehen, importiert Amarok-Dateien mitsamt Metadaten, nutzt Last.fm als Lieferant von Cover-Art und gibt Empfehlungen bei abgespielter Musik. Im Vollbildmodus bleibt der Bildschirmschoner aus, Banshee startet schneller und läuft (ein wenig) performanter.

Bereits die Version 1.0 von Banshee sollte ursprünglich eine Liste von Radiostationen mitbringen. Die tauchte im Test allerding nicht auf. Zwar ließen sich Radiosender über die Eingabe der URL abspielen, aber nicht bookmarken. Dieses Manko haben die Entwickler nun behoben. Für Notebooks mit schwachen Lautsprechern bringt die Audiosoftware einen Equalizer mit, um die Qualität der Soundausgabe zu verbessern.

Mit Empfehlung von Amarok

Auch mit der Konkurrenz kommt Banshee nun besser klar. Im Test funktionierte der Import von Amarok-Bibliotheken noch nicht, nun haut er hin. Um die neu importierten Tracks zu sehen, muss man allerdings kurz auf eine der Spalten im Bibliotheksbereich klicken. Amarok-Anwender, die in mühsamer Kleinarbeit ihre Songs bewertet haben, verlieren auch die Ratings nicht. Die Gnome-Software übernimmt mit der Musikbibliothek auch die integrierten Metadaten von Amarok. Dazu gehört ebenfalls eine Liste der vom Hörer abonnierten Podcasts.

Sehr schön ist das eingebaute Feld mit den Empfehlungen. Spielt man einen Song aus der privaten Bibliothek ab und aktiviert zugleich den Menüpunkt "Ansicht | Empfehlungen anzeigen", erscheint unterhalb der Bibliothek ein Fenster, das nicht nur ähnliche Bands empfiehlt, sondern auch die beliebtesten Songs und Alben der gerade gespielten Band auflistet. Ein wirklich nettes Feature. Doch zugleich stellt sich die Frage: Woher nimmt Banshee die Vergleichsdaten? Höchstwahrscheinlich von Last.fm oder einer anderen Online-Datenbank, denn im Offline-Modus zeigt Banshee 1.2 diese Infos nicht an. Wer also Informationen über die privat gehörte Musik nicht direkt an einen Server schicken will, schaltet die Empfehlungen über [Strg]+[R] einfach ab.

Sharing is caring

Auch der Datenaustausch mit anderen Geräten passt. Über DAAP, das Digital Audio Access Protocol, lassen sich Dateien mit Apples iPod tauschen. Aber auch mit anderen Musikabspielern tauscht Banshee Musik aus. Zudem versteht die Software Playlists im M3U- und PLS-Format. Ändert man im laufenden Betrieb die Reihenfolge der Titel auf einer Playlist, kennt Banshee die Veränderungen auch noch nach einem Neustart.

Die Macher haben nicht zuletzt an der Performance von Banshee gefeilt. Ein schneller Vergleich mit Hilfe von Top zeigt für Banshee allerdings noch immer eine CPU-Auslastung von etwa 20 Prozent an, während Amarok lediglich um die 10% konsumiert. Hier besteht sicherlich noch Bedarf an Nachbesserungen. Insgesamt haben die Banshee-Macher aber die meisten der in Version 1.0 monierten Fehler bereinigt und das in einer Geschwindigkeit, die Respekt verdient.

Die neue Version erhält man im Quellcode in der Download-Sektion der Banshee-Webseite. Dort steht auch, wie man für die eigene Distribution eine externe Paketquelle einbindet, um Banshee über den Paketmanager zu installieren. In diesem Fall genügt ein einfaches Update, um an die neue Banshee-Version zu gelangen.

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