Banshee 1.0 ist fertig

Banshee 1.0 ist fertig

Kristian Kißling
11.06.2008

Gnomes Mediaplayer Banshee erreicht heute offiziell die Version 1.0. Die Software basiert auf Mono, der freien, hauptsächlich von Novell entwickelten, .NET-Implementierung und bringt zahlreiche Funktionen mit, die auch die KDE-Konkurrenz Amarok anbietet.

Die Version 1.0 soll stabiler und performanter sein und führt die Möglichkeit ein, durch die Alben zu browsen. Dabei lädt Banshee die Cover-Art aus dem Internet herunter. Zudem bringt Banshee nun eine Video-Funktion mit. Diese macht Banshee zum vollwertigen Multimediaplayer, auch wenn die Entwickler Video- und Audiofunktionen strikt trennen. Als Backend kommt dabei Gstreamer zum Einsatz.

So kann der Anwender über ein Music-Sharing-Plugin via DAAP auch Musik von anderen Rechnern im Netzwerk abspielen. Zudem tauscht Banshee via MTP Dateien mit externen MP3-Playern, darunter Apples iPod. Per Drag&Drop kann der Anwender Songs zwischen Banshee und dem mobilen Musikabspieler verschieben. Radio-Stationen aus dem Internet lassen sich per Knopfdruck importieren und anhören. Banshee bringt bereits eine Liste mit einigen Radiostationen mit, die sich um eigene Lieblingssender ergänzen lässt.

Superpraktisch: Aus Banshee heraus lassen sich direkt CDs brennen. Es genügt, die passenden Titel zu markieren und auf den "Write CD"-Button zu klicken, dann tritt das Gnome-Brennprogramm Brasero in Aktion. Umgekehrt kann Banshee auch vorhandene Musik-CDs rippen: Es erkennt eingelegte Musik-CDs automatisch und bietet an, den Inhalt zu importieren und holt ID3-Tags mit MusicBrainz. Über eine Rating-Funktion können Benutzer die Tracks bewerten, über Playlists lassen sich bestimmte Titel zu einer Auswahl gruppieren. Auch intelligente Playlists kennt Banshee: Diese nehmen automatisch Titel auf, deren Kriterien der User vorher definiert - etwa Titel mit einer bestimmten Bewertung oder solche, die zu einem musikalischen Genre gehören.

Einige seiner Funktionen realisiert der Player über Plugins - auch das kennt man von Amarok. So lässt sich die Last.FM-Funktionalität über Plugins ergänzen, auf Wunsch arbeitet Banshee auch als Podcast-Client.

Der Player lässt sich für Opensuse 10.3 und 11 per 1-Click-Install direkt von der Webseite installieren. Ubuntu-Nutzer binden über den Paketmanager ein externes Repository ein, um Banshee 1.0 zu nutzen. Auch für Foresight Linux, Fedora und Debian stehen Pakete bereit. Aus dem Quellcode lässt sich Banshee ebenso installieren, allerdings müssen die Anwender vermutlich zahlreiche Mono-Abhängigkeiten auflösen. Eine ausführliche Liste der Neuerungen bieten ansonsten die Release Notes.

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