BND-Spitzel nutzte Wetter-App für Kommunikation mit Komplizen in den USA

EFF, CC-BY
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"In New York scheint die Sonne"

Andreas Bohle
07.07.2014 Mit einer scheinbar harmlosen Wetter-App hat ein BND-Mitarbeiter Daten an seine Komplizen in den USA übermittelt.

Hieß es früher "Der Adler ist gelandet" lautet die aktuelle Floskel wahrscheinlich eher "In New York scheint die Sonne". Denn mit einer harmlosen Wetter-App nahm ein BND-Mitarbeiter Kontakt zu seinen Komplizen in Amerika auf, und zwar immer dann, wenn er sich online über das Wetter in der Milliionen-Metropole informierte. Das unterstreicht die oft wiederholte und von Behörden offenbar zu selten befolgte Forderung nach quelloffener Software, deren Funktionsweise sich zumindest dem versierten Auge erschließt. Bringt natürlich alles nix, wenn eine Behörde wie der Bundesnachrichtendienst es seinen Mitarbeitern erlaubt, ihre eignen Geräte an den Arbeitsplatz mitzubringen.

Das Ganze klingt ja an sich schon nach Realsatire, aber es geht ja immer noch besser: Der Mann hat wohl versucht den NSA-Untersuchungsausschuss auszuspähen und falsche Fährten nach Russland gelegt. Netzpolitik.org hat das Ganze zusammengefasst, aber die investigativen Journalisten landauf, landab liefern sich wohl gerade eine ziehmliche Schlacht um die Schlagzeile, daher muss man sich die News aus vielen Quellen zusammenklicken.

An wen der Mann berichtet hat, scheint heute morgen zumindest noch unklar. Im Radio war öfter zu hören, dass er an die CIA berichtet hat. Andere Beiträge nennen dagegen die NSA.

So witzig das Ganze klingt: Es macht das Grundanliegen einer freien Gesellschaft, die Forderung nach unbeobachteter Kommunikation, noch einmal schwerer, weil zum einen mit diesem neuen Nebenkriegsschauplatz weniger über das darunter liegende Problem diskutiert wird, und zum anderen ist es Wasser auf die Mühlen derjenigen, die es für sinnvoll halten, Deutschland ebenfalls flächendeckend zu überwachen und alles zu speichern.

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