Ausführlicher Bericht von den KDE-SoC-Projekten

Ausführlicher Bericht von den KDE-SoC-Projekten

Kooler Summer of Code

Marcel Hilzinger
27.09.2009 Lydia Pintscher hat auf der KDE-Newsseite dot.kde.org einen ausführlichen und ausgezeichneten Bericht über die Summer-of-Code-Arbeiten des KDE-Projekts veröffentlicht.

Insgesamt 38 Studentinnen und Studenten erhielten von Google ein Sommer-Stipendium, 37 davon brachten ihre Arbeit erfolgreich zu Ende. Lydia hat nun mit zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein kurzes Interview geführt und um Details zum Projekt gebeten. Die meisten der vorgestellten Arbeiten sind bereits in der aktuellen KDE-Version integriert oder befinden sich noch im Playgroud-Zweig -- für KDE 4.4 ist demnach mit vielen spannenden Neuerungen zu rechnen.

Zu den interessantesten Neuerungen gehört zweifellos der semantische Speicherdialog von Allesandro Sivieri. Er benutzt zum Sichern einer Datei das Metadaten-Framework von Nepomuk. Jede Datei lässt sich damit mit entsprechenden Metadaten versehen, wir man diese zum Beispiel von Musikstücken (ID3-Tags) oder Bildern her (EXIF-Tags) kennt. Durch Nepomuk und einen entsprechenden Speicherdialog lässt sich dieses Feature auch für normale Textdateien, PDFs, E-Mails oder beliebigen anderen Dateien nutzen.

Dateinamen adé. Mit dem neuen Speicherdialog sichern Sie Dateien einfach über einen Namen und weitere Metainformationen. Das klassische Speichern ist aber nach wie vor möglich.

Auch wenn der neue Speicherdialog die klassische Datenablage über Dateiname und Erweiterung vermutlich nicht so schnell ersetzen wird, bietet er kombiniert mit einer passenden Suchmaschine (nepomuksearch://hastag:Suchbegriff) doch sehr viele neue Möglichkeiten.

Amarok-Fans dürften sich über die Arbeit von Martin Sansmark freuen. Er hat dem KDE-Multiamedia-Framework Phono beigebracht, Audio-Daten zu exportieren. Dieses Feature ermöglicht Amarok und anderen Mediaplayern zum Beispiel Visualisierungsplugins zu erstellen, die auf den von Phonon generierten Daten beruhen.

Mit dem neuen Phonon-Feature sind Audiovisualisierungen ganz einfach.

Ebenfalls an Amarok feilte Alejandro Wainzinger, der bereits zum zweiten Mal für KDE am Summer of Code teilnahm. Er hat in dieser Zeit den Support für externe Datenträger in Amarok verbessert, sodass aktuelle Amarok-Versionen auch USB-Sticks in die Sammlung integrieren. Alejandro gehört seither fest zum Amarok-Team.

Ein von vielen KDE-3-Nutzern vermisstes Feature ist der mittlere Mausklick auf den Desktop. Dank der Arbeit von Chani Armitage kommt auch die mittlere Maustaste in KDE 4 wieder zum Zug. Sie hat dazu entsprechende Mausklick-Plugins programmiert.

Dank Chani Armitage schon bald wieder in KDE: Fensterliste über die mittlere Maustaste.

Weitere Neuerungen auf dem Plasma-Desktop sind unter anderem der neue Wigdet Eplorer der Brasilianerin Ana Cecilia Martins und das Plasma-Mediacenter von Alessandro Diaferia. Zudem lassen sich sämtliche Plasmoids dank der Arbeit von Rob Scheepmaker über das Netzwerk nutzen. Einzelne Miniprogramme können dadurch über Zeroconf im lokalen Netzwerk angekündigt werden und bei einer Anfrage wandert quasi das komplette Plasma-Paket auf den entfernten Desktop. Damit ist es zum Beispiel möglich, über das Applet "Now Playing" Amarok auf einem entfernten Rechner zu steuern. Als Sicherheitmechanismus hat der Entwickler das von Bluetooth-Geräten bekannte Pairing übernommen. Beim Zugriff auf ein entferntes Applet müssen also beide Rechner den gleichen PIN-Code eingeben.

Das Miniprogramm in der virtuellen Maschine (oben) steuert über das Netzwerk Amarok auf der realen Maschine (unten).

Wer selbst gerne einen europa- oder weltweiten Wetterbericht auf seinem Desktop hätte, wird dich über das Wetter-Plugin zu Marble von Bastian Holst freuen. Seine Arbeiten an Marble sorgen aber nicht nur für schönes Wetter sondern ermöglichen auch zahlreiche weitere Plugins auf der gleichen Codebasis.

Wie bei den Tagesthemen: Wetterbericht in Marble mit Live-Daten von Bastian Holst.

Neben diesen Highlights für den Desktop haben die Google Summer of Code Projekte noch sehr viel mehr zu bieten. Der komplette und sehr detaillierte Bericht von Lydia Pintscher mit Links zu den meisten Projekten und vielen Screenshots findet sich auf dot.kde.org.

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