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Aus für SCO

Thomas Leichtenstern
15.09.2007

Der langjährige Patentkrieg von SCO ist zu Ende: Wie Heise Online heute meldet, hat die streitbare Firma, die seit über vier Jahren gegen IBM und Linux-Firmen wegen angeblicher Patentverletzungen klagte, Insolvenz angemeldet.
Vermutlich als Resultat der schweren Schlappe, die die Firma vor einigen Wochen gegen Novell hinnehmen musste. Ein Gericht bescheinigte damals dem Software-Riesen, die eigentlichen Eigentümer der Rechte zu sein.

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Kommentare
Re: Aus für SCO
Max Jonas Werner, Samstag, 15. September 2007 21:08:36
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Hi GoaSkin und Harald,

euren Einschätzungen kann ich mich nur anschließen. In den USA bedeutet eine Insolvenz nach Chapter 11 nicht wirklich viel, das Unternehmen kann ganz normal weiterarbeiten. Das beste Beispiel dafür sind gleich mehrere Unternehmen aus der US-amerikanischen Luftfahrtbranche, die seit Jahren unter Chapter 11 agieren.

Insgesamt müssen wir abwarten, welch strategischer Schachzug sich hinter dieser - sicherlich für die SCO-Führung nicht überraschenden - Insolvenz-Anmeldung verbirgt. Das Ärgernis, dass es SCO gibt, wird erstmal weiterbestehen.

Gruß,
MAx


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Re: Aus für SCO
Harald Milz, Samstag, 15. September 2007 17:18:23
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Nicht ganz richtig. Das sollte man dann doch noch mal auf Originalquellen nachlesen, u.a. auf Groklaw. Aus ist das noch lange nicht. Das Ganze ist wohl erst mal ein Trick, um a) der am kommenden Montag angesetzten Hauptverhandlung aus dem Weg zu gehen und b) die drohende Millionenzahlung an Novell zu verzögern, dieweil die noch anfechtbar und damit noch nicht rechtskräftig ist. Also langsam mit die junge Pferde.


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Re: Aus für SCO
GoaSkin , Samstag, 15. September 2007 16:31:12
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Vergessen sollte man nicht, daß es in den USA ein völlig anderes Insolvenzrecht gibt als hierzulande.

Eine Insolvenz in Deutschland bedeutet, daß eine Firma nicht mehr in der Lage ist, ihre Schulden zu begleichen wobei auch der Sachwert der Firma zur Tilgung nicht ausreicht. Durch den Erlös beim Verkauf des Firmeneigentums werden jedoch die Schulden so weit es geht getilgt. Für die Firma bedeutet das aber, daß es sie als solche nicht mehr geben wird - es sei denn ein Käufer übernimmt sämtliche Schulden oder es stellt sich im Insolvenzverfahren heraus, daß die Firma doch noch liquide ist.

In den USA gibt es jedoch nicht nur bei Privatpersonen sondern auch für Firmen geschütztes Eigentum, das im Insolvenzverfahren zur Haftung keine Rolle spielt, wodurch eine Firma dabei nicht alles verliert, sondern weiterhin - wenn auch auf einem beschränkteren Niveau - arbeitsfähig bleiben kann. Dadurch kann sich eine Firma insolvent zum Zwecke des Schuldenerlasses melden ohne dabei alles verlieren zu müssen.
Unter bestimmten Voraussetzung läuft ein Insolvenzverfahren so, daß es zwar zum Ärgernis von Gläubigern und/oder den Mitarbeitern ist, aber die Firma selbst so gut wie nichts dabei verliert.

Vor wenigen Jahren hatte sogar General Motors Insolvenz angemeldet, wobei die Betriebsrentenkasse zum Ärgernis der Mitarbeiter flöten ging. Was als gesichertes Eigentum ausgelegt wurde scheint jedoch so weit zu gehen, daß sich der Konzern dabei nur unerheblich verkleinert hat. Zumindest sind in der Presse nur die entfallenen Betriebsrenten ein Thema.


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